# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 25 aus deinem Auge; danach beſiehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge zieheſt.“ (Matth. 7, 3. 5.) — Brüder afterreden auch nicht voneinander. „Afterredet nicht untereinander, liebe Brüder! Wer ſeinem Bruder afterredet und urteilet ſeinen Bruder, der afterredet dem Geſetz und urteilt das Geſetz. . . . Es iſt ein einiger Geſetzgeber, der kann ſelig machen und verdammen. Wer biſt du, der du einen andern urteilſt?“ (Jak. 4, 11. 12.) — Vielmehr nehmen Brüder Rückſicht auf die Schwachheit des Bruders, wie Petrus tat: „Nun, liebe Brüder, ich weiß, daß ihr's durch Unwiſſenheit getan habt wie auch eure Oberſten.“ (Apoſt. 3, 17.) Solche zarte Rückſicht hatte Petrus von ſeinem HErrn ſelbſt gelernt, der auch am Kreuz gebetet hatte: „Vater, vergib ihnen; denn ſie wiſſen nicht, was ſie tun!“ (Luk. 23, 34.) — Und Brüder ſind gerne bereit, das Gute an andern anzuerkennen. „Wir ſollen Gott danken allezeit um euch, liebe Brüder, wie es denn billig iſt. Denn euer Glaube wächſet ſehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegeneinander, alſo daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübſalen, die ihr duldet.“ (2 Theſſ. 1, 3. 4.) — Brüder ſind teilnehmend gegen ihre Mitbrüder und auf deren Wohl bedacht. Sie freuen ſich mit den Fröhlichen und weinen mit den Weinenden. (Röm. 12, 15.) „So ein Glied leidet, ſo leiden alle Glieder mit, und ſo ein Glied wird herrlich gehalten, ſo freuen ſich alle Glieder mit.“ (1 Kor. 12, 26.) Den Troſt, den ſie von Gott er⸗ fahren haben, teilen ſie ihren Brüdern mit in allerlei Trübſal. (2 Kor. 1, 4; vgl. 1 Theſſ. 4, 18.) Sie beſtehen zwar in der Freiheit, damit uns Chriſtus befreit hat, und laſſen ſich nicht wiederum in das knechtiſche Joch fangen (Gal. 5, 1), gebrauchen aber ihre Freiheit ſo, daß ſie in der Liebe einander dienen (Gal. 5, 13), und ſchränken ſich im Gebrauch ihrer Freiheit ſo ein, daß ſie ja den ſchwachen Bruder nicht betrüben oder ihm einen Anſtoß oder Ärgernis darſtellen. (Röm. 14, 13. 15.) — Brüder behandeln alle gleich und ziehen nicht etwa Reiche den Armen vor. „Liebe Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an JEſum Chriſtum, unſern HErrn, Anſehen der Perſon leide. Denn ſo in eure Verſammlung ein Mann käme mit einem güldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide, es käme aber auch ein Armer in einem un⸗ ſaubern Kleide, und ihr ſähet auf den, der das herrliche Kleid trägt, und ſprächet zu ihm: ‚Setze du dich her aufs beſte!‘ und ſprächet zu dem Armen: ‚Stehe du dort oder ſetze dich her zu meinen Füßen!‘ und bedenket es nicht recht, ſondern ihr werdet Richter und macht böſen Unterſchied.“ (Jak. 2, 1—4.) — Hinwiederum zeigen auch die aller⸗ ärmſten und geringſten Brüder keine Mißgunſt gegen die Vornehmeren. „Die Knechte, ſo unter dem Joch ſind, ſollen ihre Herren aller Ehren wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verläſtert werde. Welche aber gläubige Herren haben, ſollen dieſelbigen nicht verachten (mit dem Schein), daß ſie Brüder ſind, ſondern ſollen viel⸗