# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der fünfundzwanzigſten Verſammlung iſt euer Meiſter, Chriſtus; ihr aber ſeid alle Brüder.“ (Matth. 23, 8.) Den Glauben aber wirkt das Evangelium; denn „der Glaube kommt aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes“. (Röm. 10, 17.) So iſt es das Evangelium, das uns zu Brüdern in Chriſto macht. Darum ſollen wir auch die Diener am Evangelium in Ehren halten und für ſie beten, daß der HErr ihr Werk ſegnen wolle. „Wir bitten euch aber, liebe Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorſtehen in dem HErrn und euch vermahnen. Habt ſie deſto lieber um ihres Werks willen und ſeid friedſam mit ihnen!“ (1 Theſſ. 5, 12. 13; vgl. auch 2 Theſſ. 2, 1; Röm. 15, 30. 31.) Darum ſollen wir auch arbeiten, daß wir Leute unter den Schall des Evangeliums bringen, damit ſie unſere Brüder in Chriſto werden. Was iſt nun die rechte brüderliche Geſinnung? Das iſt mit einem Wort die Bruderliebe. Wer Chriſtum liebt, der muß auch die Brüder in Chriſto lieben. Das iſt ſo einfach, daß der Apoſtel ſchreibt: „So jemand ſpricht: Ich liebe Gott, und haſſet ſeinen Bruder, der iſt ein Lügner. Denn wer ſeinen Bruder nicht liebet, den er ſiehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht ſiehet?“ (1 Joh. 4, 20.) Dazu haben wir auch Gottes ausdrückliches Gebot. „Denn dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch ſeinen Bruder liebe.“ (1 Joh. 4, 21; vgl. 3, 23; 4, 11.) „Und machet keuſch eure Seelen im Gehorſam der Wahrheit durch den Geiſt zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch untereinander brünſtig lieb aus reinem Herzen.“ (1 Petr. 1, 22.) Wie erweiſt ſich aber dieſe Bruderliebe? Sie iſt nicht ein leeres Gefühl, ſondern eine Kraft, die zu reicher Betätigung drängt. Brüder nehmen ſich der Heiligen Notdurft an. „Wenn aber jemand dieſer Welt Güter hat und ſiehet ſeinen Bruder darben und ſchließt ſein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laſſet uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, ſondern mit der Tat und mit der Wahrheit.“ (1 Joh. 3, 17. 18; vgl. Röm. 12, 13; Jak. 2, 15—17.) So hat ſich die Bruderliebe von allem Anfang an erwieſen, wie das Beiſpiel der Antiochener zeigt. (Apoſt. 11, 27—30.) — Brüder dienen einander. „Denn gleicherweiſe als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geſchäfte haben, alſo ſind wir viele ein Leib in Chriſto, aber untereinander iſt einer des andern Glied.“ (Röm. 12, 4. 5.) Um aber dem Bruder recht dienen zu können, darf niemand weiter von ſich halten, denn ſich's gebührt zu halten, ſon⸗ dern er ſoll mäßiglich von ſich halten, ein jeglicher, nachdem Gott aus⸗ geteilt hat das Maß des Glaubens. „Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Trachtet nicht nach hohen Dingen, ſondern haltet euch herunter zu den Niedrigen!“ (Röm. 12, 3. 10. 16.) — Brüder ſind nicht ſelbſtgefällige Nörgler und Splitterrichter. „Was ſieheſt du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirſt nicht gewahr des Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch am erſten den Balken