# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 23 ſagte er ſeinen heidniſchen Göttern und ſeinem heidniſchen Leben, er betete den wahren Gott an und lebte nach den Geboten Gottes. Seine ganze Lebensweiſe in Speiſe und Trank, in Zeremonien u. dgl. war hinfort eine jüdiſche. Es iſt ja ganz ſelbſtverſtändlich, daß ein Bürger eines Reiches auch nach den Reichsgeſetzen lebt, ſich den Sitten und Gebräuchen des Reiches anbequemt. Wie ſollten nun nicht wir, die wir weiland Gäſte und Fremdlinge waren, nun aber Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenoſſen geworden ſind, jubeln über die hohe Ehre, die uns zuteil geworden iſt! Wenn wir dieſes große Glück recht erkennen, wie ſollten wir dann nicht dem HErrn danken für ſeine unausſprechliche Gnade! Und wie ſollten wir nicht unſern himmliſchen Vater durch unſern Wandel ehren! Wir ſollen leben, wie es die Weiſe des himmliſchen Reiches iſt, und ſollen auch dieſes Reich nach Kräften fördern und ausbreiten. Durch das Evangelium ſind wir, was wir ſind. Durch das Evan⸗ gelium können wir ſolche, die jetzt noch Gäſte und Fremdlinge ſind, herzuführen zu dem Bürgertum mit den Heiligen und zu der Haus⸗ genoſſenſchaft Gottes. Wir wollen den aufrühreriſchen Fremdlingen die Torheit ihrer Feindſchaft verkündigen, die zum ewigen Verderben führt. Wir wollen ihnen den Frieden verkündigen, die Vergebung, die Gott allen Feinden anbieten läßt, damit ſie ſich verſöhnen laſſen mit Gott und ſelige Bürger ſeines Reiches werden. 16. Brüder in Chriſto. (Kol. 1, 2.) Alle Menſchen ſtammen von Adam und Eva ab und ſind deshalb Brüder von Geblüt. „Denn haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geſchaffen?“ (Mal. 2, 10.) „Gott hat ge⸗ macht, daß von einem Blut aller Menſchen Geſchlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen.“ (Apoſt. 17, 26.) Aber obwohl Kain und Abel Brüder waren, erhob ſich doch Kain wider ſeinen Bruder und ſchlug ihn tot. Und ſeit der Zeit ſind Ströme von Blut auf Erden vergoſſen worden. Mord und Totſchlag ſind all⸗ gemein; die Erde iſt getränkt mit Bruderblut. Man hört von Kriegen und Kriegsgeſchrei unter Wilden und unter den ziviliſierteſten Völkern. Selbſt in Friedenszeiten gehen doch ſcharfe Kriege vor ſich, Tarifkriege unter den Völkern, geſchäftliche Konkurrenz unter den einzelnen. Die Söhne Adams ſind ſehr unbrüderlich. Es gibt nur eine Ausnahme: das ſind die Chriſten; die ſind Brüder in Chriſto. Wie werden wir Brüder in Chriſto? „Ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſto JEſu.“ (Gal. 3, 26.) Das iſt der Glaube, daß Chriſtus für unſere Sünde geſtorben iſt, an unſerer Statt, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns Gott opferte. (1 Petr. 3, 18.) Sind wir aber Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſtum, ſo ſind wir auch Brüder in Chriſto durch denſelben Glauben. „Einer