# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 19 vollführen bis an den Tag JEſu Chriſti.“ (Phil. 1, 6.) Dabei be⸗ dient ſich Gott allerdings der Hilfe von Menſchen. Die Diener am Wort ſind ſeine Mitarbeiter. Als Werkſtatt benutzt Gott jeden Ort, wo ſein Wort gepredigt wird. In dieſem Sinne kann man es kurz ſo ausdrücken, daß die Kirche Gottes Werkſtatt iſt; denn in der Kirche wird Gottes Wort getrieben. Gottes Werkſtatt iſt nicht die Tanzhalle noch das Theater. Nur wo ſein Wort erſchallt, arbeitet er an dem verderbten Material, um ſein Werk herzuſtellen. Chriſten ſollen deshalb ihre Gotteshäuſer auch nicht an⸗ ſehen als Lehrſäle oder Unterhaltungsplätze, ſondern als Gottes Werk⸗ ſtatt, in der er feindlichgeſinnte Sünder zu ſeinen Kindern machen will. Was bewegt Gott, ſo unermüdlich an ſolch widerſpenſtigem Material zu arbeiten? Es iſt ſeine große Liebe, damit er uns geliebt hat, denn er iſt reich von Barmherzigkeit. (Eph. 2, 4.) Da war nichts Gutes in uns, das Gott geſehen oder vorhergeſehen hätte. Alle Güte war allein in dem Herzen Gottes, das ihm brechen wollte vor Erbarmen mit unſerm jammervollen Zuſtand in dieſer Welt und unſerm ſchreck⸗ lichen Los in der zukünftigen. „Aus Gnaden ſeid ihr ſelig worden, durch den Glauben; Gottes Gabe iſt es.“ (Eph. 2, 8.) Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fallen hin. Gott, der aus Lieb' im Fleiſch erſchienen, Bringt uns den ſeligen Gewinn, Daß uns ſein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden ſelig macht. Das Werkzeug, mit dem Gott ſeine Arbeit an uns verrichtet, iſt nichts anderes als ſein Evangelium. Durch Gottes Wort iſt der Himmel gemacht, und durch Gottes Wort wird auch der Chriſt gemacht. Gott, der bei der Schöpfung der Welt dem Licht befahl, aus der Finſternis hervorzuleuchten, der befiehlt auch bei der Erſchaffung eines Chriſten dem Licht, in ſeinem finſtern Herzen hervorzuleuchten. Das Evangelium iſt eine Kraft Gottes, die da ſelig macht alle, die daran glauben. (Röm. 1, 16.) Das Evangelium iſt der unvergängliche Same, aus dem wir wiedergeboren ſind. (1 Petr. 1, 23.) Das Evan⸗ gelium iſt der Kanal, durch den die Kraft der göttlichen Liebe in die Menſchenherzen fließt, eine Kraft, die nicht ein Scheinleben veranlaßt, ſondern wirkliches Leben erzeugt, und die ein Werk Gottes ſchafft, gerade wie einſt das Wort Gottes Himmel und Erde ins Daſein ge⸗ rufen hat. Auch durch Kreuz und Trübſal arbeitet Gott an den Menſchen. Der Pſalmiſt ſagt: „Ehe ich gedemütigt ward, irrete ich; nun aber halte ich dein Wort. Es iſt mir lieb, daß du mich gedemütigt haſt, daß ich deine Rechte lerne.“ (Pſ. 119, 67. 71.) Und die Züchtigung gibt eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt ſind. (Hebr. 12, 11.) Die Arbeit, die Gott durch die Trübſal verrichtet, iſt