# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 17 Ehre; und ein Prediger muß mit dem Pſalmiſten ſprechen: „Nicht uns, HErr, nicht uns, ſondern deinem Namen gib Ehre!“ (Pſ. 115, 1.) Rechte Chriſten ſind ein Empfehlungsſchreiben, ein rechter Lobe⸗ brief für den Schreiber Gottes, den Prediger. Paulus ſagt zu den Korinthern: „Bedürfen wir der Lobebriefe an euch oder Lobebriefe von euch? Ihr ſeid unſer Brief.“ (2 Kor. 3, 1. 2.) „Seid ihr nicht mein Werk in dem HErrn? Denn das Siegel meines Apoſtelamts ſeid ihr in dem HErrn.“ (1 Kor. 9, 1. 2.) Wie der Hirt, ſo die Herde; aber auch umgekehrt: Wie die Herde, ſo der Hirt. Chriſten ſind aber Empfehlungsbriefe vor allen Dingen für den HErrn Chriſtum ſelbſt. „Ihr ſeid offenbar worden, daß ihr ein Brief Chriſti ſeid.“ (2 Kor. 3, 3.) Wie das Werk ſeinen Meiſter lobt und die beſte Empfehlung für ihn iſt, ſo iſt auch das Werk Chriſti, daß er Sünder zu Heiligen macht, das beſte Empfehlungsſchreiben für ihn und für die Kraft ſeiner Gnade. Durch ihren Wandel zeigen Chriſten ihren HErrn und ſein Werk kräftig an. Sie lenken dadurch die Aufmerk⸗ ſamkeit der Leute auf ſich, daß ſie forſchen nach der Quelle der Kraft, die in den Chriſten wirkſam iſt. So werden ſie zu Chriſto geführt. Allerdings wollen viele mutwillens dieſen Brief Chriſti nicht leſen; andere aber leſen ihn und laſſen ſich dadurch bewegen, Chriſten zu werden. Als ein Chineſe gefragt wurde, warum er denn der chriſt⸗ lichen Kirche beitreten wolle, da er doch nie das Evangelium gehört habe, gab er zur Antwort: „Ich habe das Evangelium geſehen.“ Er war durch den Wandel der Miſſionare gewonnen worden. Die Miſſionare waren Chriſti Brief. Ähnlicher Beiſpiele berichtet die Miſ⸗ ſionsgeſchichte viele. Es gibt gefälſchte Briefe. Da ſoll ein jeder ſich ſelbſt fragen, ob er etwa eine Fälſchung, das iſt, ein Heuchler, ſei. Wenn die Leute dich beobachten, deinen Glauben und dein Leben genau prüfen, was müſſen ſie dann für einen Eindruck von Chriſto haben? Was für eine Empfehlung für Chriſtum biſt du? Manche Briefe ſind wohl echt, aber ſo beſchmutzt, ſo verwiſcht, daß man die Schrift nur mit Mühe entziffern kann. Da frage ein jeder ſich: Wie ſteht es mit dir? Chriſtus hat dich als ſeinen Brief deutlich und leſerlich geſchrieben; aber haſt du etwa durch Trägheit und Gleichgültigkeit den Brief Chriſti ſo beſchmutzt und verſchmiert, daß dich niemand mehr recht leſen kann, daß die Leute nicht wiſſen, was ſie aus dir, aus deinem Chriſtus, aus deiner Religion machen ſollen? Chriſten ſollen eher danach ſtreben, daß ſie einem in erhabener Blinden⸗ ſchrift ausgeführten Brief gleichen. Die Welt iſt blind. Darum iſt eine Schrift nötig, die ſie fühlen kann. Beiläufig könnte auch wohl der Briefumſchlag erwähnt werden. Der Umſchlag ſoll dem Brief entſprechen. Chriſten ſollen ſich z. B. hüten, ſcham⸗ und zuchtloſe Kleidermoden mitzumachen. Ihre Klei⸗ dung ſoll zwar geſchmackvoll, aber züchtig ſein. (Vgl. Röm. 12, 2; 1 Tim. 2, 9. 10; 1 Petr. 3, 3. 4.)