# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der fünfundzwanzigſten Verſammlung Namen des HErrn JEſu und durch den Geiſt unſers Gottes.“ (1 Kor. 6, 9—11.) So ſind Chriſten zu einem feinen, brauchbaren Schreib⸗ material geworden. Und ſo benutzt ſie JEſus Chriſtus ſelbſt, um einen Brief an die Welt zu ſchreiben. Er iſt der Autor dieſes Briefes. Er ſchreibt aber ſeinen Brief nicht mit Tinte, ſondern mit dem Geiſt des lebendigen Gottes (2 Kor. 3, 3) durch die Gnadenmittel, das Evangelium und die Sakramente. Im Alten Teſtament hat Gott ſeine zehn Gebote auf dem Berge Sinai auf zwei ſteinerne Tafeln geſchrieben und ſie durch Moſes den Kindern Israel verkündigen laſſen (2 Moſ. 24, 12); aber im Neuen Teſtament ſchreibt der Heilige Geiſt nicht auf ſteinerne Tafeln, ſondern auf die fleiſchernen Tafeln des Herzens. (2 Kor. 3, 3.) Ja, in die Herzen. Denn das Chriſtentum iſt nicht eine Sache äußerer Formen und leiblicher übungen; es beſteht nicht in Eſſen oder Faſten, Wall⸗ fahrten oder Kloſterleben; es iſt nicht lediglich Verſtandesſache oder Sache des Gedächtniſſes, eine Philoſophie u. dgl. — nein, das Chriſten⸗ tum iſt Herzensſache. In das Herz ſchreibt Chriſtus ſein Wort; da wird es lebendig, erleuchtet und erwärmt das Herz mit Glauben, Liebe, Hoffnung, ſo daß dieſes auch wieder Licht und Wärme ausſtrahlt. Im Alten Teſtament war die Herrlichkeit des Geſetzes groß, ſo groß, daß die Kinder Israel das leuchtende Antlitz Moſis nicht an⸗ zuſehen vermochten, als er vom Berge herabkam. Aber ob das Geſetz wohl herrlich war, ſo war es doch nur ein Amt des Todes und der Verdammnis; denn durch des Geſetzes Werk wird kein Fleiſch gerecht. Wir können nicht durch unſere eignen guten Werke ſelig werden; wir können nicht vollkommen ſein, wie unſer Vater im Himmel vollkom⸗ men iſt. Darum tötet der Buchſtabe. Wenn wir des HErrn, unſers Gottes, Stimme nicht mehr hören, ſo müſſen wir ſterben. (5 Moſ. 5, 25.) — Aber die Herrlichkeit des Geſetzes im Alten Teſtament wird bei weitem in den Schatten geſtellt und verdunkelt durch die überſchwengliche Klarheit des Evangeliums im Neuen Teſtament, durch das Amt des Geiſtes und der Gerechtigkeit; denn der Geiſt macht lebendig. Denn das Geſetz hört auf, aber das Evangelium bleibt. „Chriſtus iſt des Geſetzes Ende; wer an ihn glaubt, der iſt gerecht.“ (Röm. 10, 4.) „HErr, wohin ſollen wir gehen? Du haſt Worte des ewigen Lebens.“ (Joh. 6, 68.) Obwohl Chriſtus der eigentliche Verfaſſer des Briefes iſt, ſo iſt doch ſein Brief „durch uns geſchrieben“, ſagt Paulus. (2 Kor. 3, 3.) Die Prediger ſind des HErrn JEſu Schreiber. Das Evangelium iſt eine Gotteskraft, aber der Prediger iſt die Perſon, ſie dem Herzen nahe zu bringen. In dieſem Sinn ſagt der Apoſtel auch zu den Chriſten: „Ihr ſeid unſer Brief.“ (2 Kor. 3, 2.) — Doch darf ein Prediger dafür keinen Ruhm beanſpruchen; denn er iſt nicht tüchtig von ſich ſelber, etwas zu denken als von ſich ſelber, ſondern daß er tüchtig iſt, iſt von Gott. (2 Kor. 3, 5.) Gott iſt es, der dem Prediger das Vermögen darreicht, Chriſti Brief zu ſchreiben. Daher gebührt ihm allein die