# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 11 der Tempel des lebendigen Gottes.“ (2 Kor. 6, 16.) JEſus verheißt ſeinen Jüngern: „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben; und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23.) Im Alten Teſtament hatte Gott einen Tempel für ſein Volk. Im Neuen Teſtament werden die Chriſten ſelbſt als die lebendigen Steine zum geiſtlichen Hauſe er⸗ baut zu einer Behauſung Gottes im Geiſt. (1 Petr. 2, 5; Eph. 2, 21.) „Chriſtus lebt in mir“, jubelt der Apoſtel Paulus (Gal. 2, 20) und betet für ſeine Gemeinden, daß Chriſtus in ihren Herzen durch den Glauben wohnen möge. (Eph. 3, 17.) „Und ich in ihnen“, das iſt das letzte Wort des hoheprieſterlichen Gebets JEſu. (Joh. 17, 26.) Welch ein herrlicher Tempel Gottes ſind die Chriſten ſowohl als Einzelperſon wie auch als Gemeinde! Dieſer Tempel ruht auf dem feſten Grunde der Apoſtel und Propheten, da JEſus Chriſtus der Eckſtein iſt. (Eph. 2, 20.) Chriſtus, der lebendige Stein, iſt aller⸗ dings von den Menſchen verworfen, aber bei Gott iſt er auserwählt und köſtlich, ein bewährter und wohlgegründeter Eckſtein. Wer an ihn glaubt, der fleucht nicht. (1 Petr. 2, 4; Jeſ. 28, 16.) Und einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſtus. (1 Kor. 3, 11.) Ein weiſer Baumeiſter iſt es, der dieſen Tempel errichtet, nämlich Gott ſelbſt. Und die Diener am Wort ſind dabei Gottes Gehilfen und Handlanger. Ein Gebäude kann ſich nicht ſelbſt errichten, es bedarf eines Baumeiſters; ſo kann auch ein Menſch ſich nicht ſelbſt zum Tempel Gottes aufbauen. „Ihr ſeid Gottes Gebäu.“ (1 Kor. 3, 9.) Gott iſt der weiſe Baumeiſter, dem alles wohl gerät, was er macht. — Gott baut ſeinen Tempel durch ſein Evangelium. Von Natur ſind Men⸗ ſchen ein Götzentempel; ihre Herzen behauſen falſche Götter und beten ſie an. Dieſe Götzentempel zerſchlägt Gott erſt durch ſein Geſetz; aber über dem Trümmerhaufen errichtet er durch ſeinen Geiſt mit dem Evangelium ſeinen herrlichen Tempel. Gott iſt der Erbauer des Tempels; er iſt auch der HErr. „Ihr ſeid nicht euer ſelbſt; denn ihr ſeid teuer erkauft. Darum ſo preiſet Gott an eurem Leibe und in eurem Geiſte, welche ſind Gottes.“ (1 Kor. 6, 19. 20.) Der Tempel dient Gottes Zwecken, und herrliche Zwecke ſind das. Die Chriſten, die der Tempel Gottes ſind, ſind auch zugleich Prieſter, zu opfern geiſtliche Opfer, die Gott angenehm ſind durch JEſum Chriſtum. (1 Petr. 2, 5.) Sie bringen ihre Leiber, ihre ganze Perſönlichkeit, durch Gottes Gnade Gott zu einem angenehmen Opfer dar. (Röm. 12, 1.) Auch andere Opferdienſte leiſten ſie. Wohlzutun und mitzuteilen vergeſſet nicht, denn ſolche Opfer gefallen Gott wohl. (Hebr. 13, 16.) — Chriſtus hat im Tempel zu Jeruſalem gepredigt. Viel mehr noch will er in dem Tempel ſeiner Chriſten und durch dieſen Tempel ſein Evangelium bringen, daß die Tugenden des verkündigt werden, der die Chriſten berufen hat von der Finſternis zu ſeinem