# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 9 Haupt hinlegte. Er hat ſo die Welt geliebt, daß er ein untadelig heiliges Leben führte, ſo daß auch der feige, beſtechliche Pilatus zugeben mußte: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ Er hat ſo die Welt geliebt, daß er ſein Leben zur Erlöſung für viele dahingab, ſo daß das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Gottes, uns rein macht von aller Sünde. Der Heilige Geiſt hat alſo die Welt geliebt, daß er das Evangelium von der freien Verſöhnung reichlich in der Welt verkündigen läßt als ein freies Geſchenk der Gnade Gottes an die Welt; er hat alſo die Welt geliebt, daß er die Leute nötigt: „Warum wollt ihr ſterben, ihr vom Hauſe Israel?“ — Was könnte Gott wohl mehr tun, als er ſchon getan hat und noch immerdar tut? Gott iſt der Ackermann, der Weingärtner; aber bei einem Teil ſeiner Arbeit gebraucht er die Diener am Wort als ſeine Gehilfen. So konnte Paulus erklären: „Ich habe gepflanzt, Apollo hat begoſſen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. Denn wir ſind Gottes Mit⸗ arbeiter.“ (1 Kor. 3, 6. 9; vgl. Apoſt. 15, 4.) JEſus ſagt von ſeinem Vater und deſſen Werk: „Mein Vater iſt ein Weingärtner.“ (Joh. 15, 1.) Er hat einen Weinberg an einem feſten Ort, und er hat ihn verzäunt und mit Steinhaufen verwahrt und edle Reben drein geſenkt. Er baute auch einen Turm drinnen und grub eine Kelter drein. „Was ſollte man doch mehr tun an mei⸗ nem Weinberge, das ich nicht getan habe?“ (Jeſ. 5, 1—4.) Nun erwartet ein Weingärtner und ein Ackermann aber auch Frucht von einem Felde, an das er ſo viel Schweiß gewandt hat. So auch Gott von dem Acker der Welt. „Welcher pflanzet einen Wein⸗ berg und iſſet nicht von ſeiner Frucht?“ (1 Kor. 9, 7; vgl. Jak. 5, 7.) Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzet in ſeinem Wein⸗ berge; und kam und ſuchte Frucht darauf. (Luk. 13, 6; vgl. Matth. 21, 34.) Gott will, daß alle Menſchen genannt werden können Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn zum Preiſe. (Jeſ. 61, 3.) — Was findet Gott aber? Und er kam und ſuchte Frucht auf dem Feigen⸗ baume und fand ſie nicht. (Luk. 13, 6.) Der HErr wartete, daß ſein Weinberg Trauben brächte; aber er brachte Herlinge. (Jeſ. 5, 2. 4.) Als der Hausvater ſeine Knechte ſandte, daß ſie die Früchte von den Gärtnern empfingen, nahmen dieſe ſeine Knechte, einen ſtäupten ſie, den andern töteten ſie, den dritten ſteinigten ſie. Und ſo taten ſie zum andernmal wieder; und zuletzt nahmen ſie den Sohn des Hausvaters, ſtießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. (Matth. 21, 35—39.) Sollte ſolcher Undank ungeſtraft bleiben? über ſolchen undank⸗ baren Acker verhängt Gott ſchließlich das Gericht der Verwüſtung. Der Hausvater ſprach zu dem Weingärtner: „Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht geſucht auf dieſem Feigen⸗ baum und finde ſie nicht. Haue ihn ab! Was hindert er das Land?“ (Luk. 13, 7.) „Wohlan, ich will euch zeigen, was ich meinem Wein⸗