# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der fünfundzwanzigſten Verſammlung Chriſten ſollen nun auch danach trachten, an der Geſinnung ihrem Bruder, dem HErrn Chriſto, immer ähnlicher zu werden. Er nahm zu an Weisheit. (Luk. 2, 52.) So ſollen auch Chriſten es ſich an⸗ gelegen ſein laſſen, ſtark zu werden an dem inwendigen Menſchen und Chriſtum zu wohnen durch den Glauben in ihren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ſie begreifen mögen mit allen Heiligen, welches da ſei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe, auch erkennen, daß Chriſtum liebhaben viel beſſer iſt denn alles Wiſſen. (Eph. 3, 16—19; vgl. 2 Petr. 1, 5—7.) Chriſtus hat nicht zufällig gelitten, iſt nicht von ungefähr in den Tod geraten. Er war ergeben nach bedachtem Rat und Vorſehung Gottes. (Apoſt. 2, 23.) Des Menſchen Sohn ging hin, wie es be⸗ ſchloſſen war (Luk. 22, 22) und von ihm geſchrieben ſtand (Matth. 26, 24). Darum war er auch ganz willig und bereit, den Kelch, den ſein Vater ihm reichte, zu trinken: „Nicht wie ich will, ſondern wie du willſt.“ (Matth. 26, 39.) Und er war geduldig in ſeinem Leiden; er ſchalt nicht wieder, da er geſcholten ward; er drohte nicht, da er litt; er ſtellte es aber dem heim, der da recht richtet. (1 Petr. 2, 23.) In der Geduld und Gottergebenheit ſoll ein Chriſt ſeinem Bruder immer ähnlicher werden. Er weiß, daß ihm nichts widerfährt ohne Gottes Willen. Auch die Haare auf ſeinem Haupte ſind gezählt, und keines derſelben fällt herab oder wird gekrümmt oder kommt um ohne den Willen des Vaters. (Matth. 10, 30; Luk. 12, 6. 7.) „Denen, die Gott lieben, müſſen alle Dinge zum beſten dienen.“ (Röm. 8, 28—30.) Wir ſind dazu berufen zu leiden und zu erdulden, ſintemal auch Chriſtus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelaſſen, daß wir ſollen nachfolgen ſeinen Fußtapfen. (1 Petr. 2, 20. 21.) Chriſtus hatte die Brüder lieb. Er liebte die Seinen, die in der Welt waren, und liebte ſie bis ans Ende. (Joh. 13, 1.) So ſoll auch ein Chriſt, der von Gott geboren iſt, lieben die Brüder, die von Gott geboren ſind. (1 Joh. 5, 1; 4, 20. 21.) 10. Gottes Ackerwerk. (1 Kor. 3, 9.) Die ganze Welt iſt ein Ackerfeld Gottes. (Matth. 13, 38.) Es iſt aber von Natur eine Wüſte, voller Steine, überwuchert von Dornen und Diſteln, eine Behauſung von allerlei Gewürm und wilden Tieren. Nun aber arbeitet der dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geiſt, daran mit ſeinem Evangelium, dieſe Wüſte der Welt in ein bebautes, fruchttragendes Ackerfeld, Weinberg, Obſtgarten umzuwandeln. Gott der Vater hat alſo die Welt geliebt, daß er ſeinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. JEſus Chriſtus hat alſo die Welt geliebt, daß er freiwillig ein Leben der Armut lebte, da er nicht hatte, da er ſein