# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1912_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1912. 11 Doch, gibt es denn in den Kirchengemeinſchaften, die nicht in allen Stücken bei der Apoſtel Wort bleiben, gar keine Chriſten? Ver⸗ dammen wir alle, ſprechen wir allen die Seligkeit ab, die in irgendeinem Stück von Gottes Wort abweichen? Dieſes Urteil ſchreibt man uns zu, aber mit Unrecht. Wir wiſſen aus Gottes Wort: es gibt in ge⸗ wiſſen Lehren ein Irren aus Schwachheit, wobei das Chriſtentum be⸗ ſtehen kann, wenn der Menſch in ſeinem Herzen ein armer Sünder iſt und allein auf Chriſtum als ſeinen Heiland vertraut. So machen viele äußerlich Trennung mit, bleiben aber dabei mit ihrem Herzen an Chriſto hangen. Wir denken an die Zweihundert, die, von Jeruſalem berufen, mit Abſalom gingen und nichts um die böſe Sache wußten, 2 Sam. 15, 11. Auf dieſe Tatſache weiſt auch der Apoſtel in unſerm Text, wenn er von „unſchuldigen Herzen“ redet, die „durch ſüße Worte und prächtige Rede“ derer, die Trennung anrichten, verführt werden. Aber bei alledem bleibt die Trennung ein Ärgernis. Gott will keine andere Lehre in der Kirche haben als ſein Wort, und die Gemeinſchaft mit Anderslehrenden iſt von Gott verbotene ſchlechte Geſellſchaft und eine ſtete Gefahr für die Seelen. 3. Wer gibt uns ein Mittel an die Hand, ein durchgreifendes Mittel, die Trennung zu beſeitigen? Wer zeigt uns den Weg, wie dieſem Ärgernis der Trennung in der Chriſtenheit gewehrt wird? Der Apoſtel gibt das Mittel an. Das Mittel iſt ein ebenſo einfaches als gründ⸗ lich wirkendes. Er ſagt: „Sehet auf auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſelbigen!“ Wenn in der chriſtlichen Kirche Leute auftreten, die etwas anderes als Chriſti Wort lehren und ſich nicht weiſen laſſen, ſo ſollen die Chriſten ſich nicht zu ſolchen Leuten halten, ſondern ſie iſolieren, mit ihnen nicht Gemeinſchaft machen, ſon⸗ dern von ihnen weichen. Dieſe von Gott vorgeſchriebene Weiſe wirkt. Hätten die Chriſten von allem Anfang an und zu jeder Zeit dieſe ein⸗ fache und klare göttliche Weiſung befolgt, ſo gäbe es keine Trennung in der Chriſtenheit, ſondern die ganze Chriſtenheit wäre vollkommen einig. Wo keine Käufer ſind, da iſt auch kein Markt. Die arianiſche Spaltung im vierten Jahrhundert wäre nicht entſtanden, wenn die Chriſten jener Zeit der göttlichen Weiſung gemäß von Arius, der die ewige Gottheit Chriſti leugnete, gewichen wären, anſtatt ihm anzu⸗ hangen. Das Ärgernis zu Rom wäre nicht aufgekommen und hätte ſich nicht über die ganze Welt verbreitet, wenn die Chriſten den Papſt, der unter Chriſti Namen mit eigenem Wort eigene Herrſchaft in der Kirche ſich anmaßte, als einen Greuel gemieden und ihm den rechten Titel gegeben hätten, anſtatt ihn „Heiliger Vater“ zu nennen. Die Spaltung zur Zeit der Reformation wäre nicht eingetreten, wenn die Chriſten von Zwingli und deſſen Anhängern, die nicht bei den Worten unſers HErrn JEſu Chriſti vom Abendmahl und von der Taufe blie⸗ ben, gewichen wären. Es gäbe keine Spaltung in der amerikaniſch⸗