# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1912_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der vierundzwanzigſten Verſammlung 1. Zuvorab entnehmen wir unſerm Text etwas zum Troſt. Unſer Text erinnert uns nämlich an die Tatſache, daß Trennung in der chriſt⸗ lichen Kirche nichts Neues iſt. Wenn wir zu unſerer Zeit über Tren⸗ nung klagen und unter Trennung zu leiden haben, ſo ſollen wir nicht meinen, daß uns etwas Seltſames widerführe. Das Elend der Tren⸗ nung fand ſich auch in der apoſtoliſchen Kirche und unter den Augen der Apoſtel. Das geht gerade auch aus unſerm Text hervor. Wenn der Apoſtel nach ausführlicher Darlegung der chriſtlichen Lehre ſchließ⸗ lich noch die römiſche Gemeinde ſo dringend ermahnt, ein Augenmerk auf die Leute zu haben, die Zertrennung anrichten, und Anweiſung gibt, ſolche Leute zu iſolieren, ſo bekämpft er nicht einen Strohmann, ſondern wirklich vorhandene Gefahren und an andern Orten bereits eingetretene Tatſachen. Vor allen Dingen aber unterrichtet uns nun der Apoſtel über den wichtigen Punkt, wie oder wodurch Trennung in der Kirche entſteht. Er ſagt: „Sehet auf auf die, die da Zertrennung anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt.“ Trennung wird alſo dann angerichtet, Trennung entſteht dann, wenn in der chriſtlichen Kirche Leute auftreten, die „daneben“ lehren, das heißt, etwas anderes lehren als Chriſti Apoſtel, etwas anderes in der chriſtlichen Kirche reden als Chriſti Wort und hierfür Anhänger finden. Dies ergibt ſich aus der Natur der chriſtlichen Kirche. Die chriſtliche Kirche hier auf Erden iſt ein ganz einzigartiges Reich, durchaus verſchieden von den Reichen dieſer Welt. Die verſchiedenen Reiche dieſer Welt haben ver⸗ ſchiedene Regenten und Geſetze und werden demgemäß verſchieden regiert. Die chriſtliche Kirche hier auf Erden iſt keines Menſchen, ſon⸗ dern Chriſti Reich und hat in allen Ländern und zu allen Zeiten bis an den Jüngſten Tag nur einen Regenten, Chriſtus, und nur ein Reichsgeſetz, durch das ſie gelehrt und alſo regiert wird: das iſt Chriſti Wort, das Wort, das er durch ſeine Apoſtel und Propheten der Kirche gegeben hat. In der chriſtlichen Kirche iſt kein Platz für ein Nebenwort und eine Nebenregierung. Chriſtus ſagt in bezug auf ſeine Kirche: „Einer iſt euer Meiſter, Chriſtus“, und ſchärft daher als Reichsgeſetz ein: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger.“ Und das gilt nicht bloß für die Zeit, da Chriſtus auf Erden wandelte, ſondern für die Kirche aller Zeiten und aller Orten bis an den Jüngſten Tag. Im hoheprieſter⸗ lichen Gebet beſchreibt Chriſtus die Kirche bis an den Jüngſten Tag als eine Gemeinſchaft von Leuten, die durch ihr — das heißt, der Apoſtel — Wort an ihn glauben werden, Joh. 17, 20. St. Paulus bezeichnet die Kirche als ein Haus, das erbauet iſt auf den Grund der Apoſtel und Propheten, Eph. 2, 20, und ſagt von ſeiner eigenen Lehrtätigkeit: „Ich dürfte nicht etwas reden, wo dasſelbige Chriſtus nicht durch mich wirkte“, Röm. 15, 18. St. Petrus ſtellt für alles