# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1912_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der vierundzwanzigſten Verſammlung hingegangen. Als mich die Verſammlung vor zwei Jahren trotz meines hohen Alters wiederum mit dem Amte des Vorſitzers beehrte, hatte ich das Geſundheitsgefühl und die Hoffnung, daß ich dieſer Verſammlung hier in Saginaw noch würde beiwohnen können. Der liebe Gott aber hat es anders beſchloſſen. Ich erkrankte gegen Ende Juni an ſo heftiger und ſchmerzhafter Krankheit, daß ich ſelbſt den Verhandlungen der eige⸗ nen Synode hier in Milwaukee nicht beiwohnen konnte. Es iſt nun zwar ein gut Teil beſſer geworden, aber doch lange noch nicht ſo, daß ich es hätte wagen können, zur Verſammlung der Synodalkonferenz zu reiſen. Es tut mir dies ſehr leid; ich hätte gerne, geliebte Brüder, perſönlich von Ihnen und der mir lieb gewordenen Synodalkonferenz Abſchied genommen; denn wenn ich bedenke, daß ich in wenigen Mona⸗ ten 88 Jahre alt werde, ſo ſteht es mir feſt, daß ich keiner Verſamm⸗ lung der Synodalkonferenz mehr werde beiwohnen können; ſo muß ich denn brieflich Abſchied nehmen und tue es hiermit. Ich tue es mit aufrichtigem Dank, daß die liebe Konferenz mich volle dreißig Jahre mit dem Amte des Vorſitzers beehrt und mit meiner Schwachheit Geduld getragen hat. Und ich tue es ferner mit der ernſtlichen Bitte, daß der HErr, unſer Gott und Heiland, ſich auch in der Zukunft zur Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz in Nordamerika bekennen möge, wie er es bisher ge⸗ tan hat, und daß, wenn dereinſt die ſtreitende Kirche in die triumphie⸗ rende verwandelt wird, wir uns dort freudig und ſelig wiederſehen mögen. Und nun ſei der HErr auch mit ſeinem Segen in dieſer Ver⸗ ſammlung! Amen. Amen. . . . Antwortſchreiben des Herrn D. F. Pieper. Hochwürdiger Herr Präſes, teurer Vater in Chriſto! Die Verſammlung der Synodalkonferenz bedauert es ſehr, daß Sie, der Sie dreißig Jahre hindurch ununterbrochen bei ihren Ver⸗ ſammlungen den Vorſitz führten, bei dieſer Verſammlung nicht gegen⸗ wärtig ſein können. Noch mehr bedauert ſie es, von einer Wiederwahl zum Präſidium abſehen zu müſſen, weil Sie es wegen hohen Alters für unmöglich erklären, noch einer Verſammlung der Synodalkonferenz bei⸗ wohnen zu können. Die Synodalkonferenz ſpricht Ihnen aber ihren herzlichen Dank aus für Ihr wertes Schreiben, in dem Sie ihr nicht nur Gottes Segen für ihre gegenwärtige Verſammlung wünſchen, ſon⸗ dern auch an die geſegnete Zeit der Gründung der Synodalkonferenz erinnern. Sie erinnern an die hohe Freude, die aller Herzen erfüllte, als im Jahre 1872 die Bildung der Synodalkonferenz zum Abſchluß kam, und damit ſolche lutheriſche Synoden, die bisher einander fremd und zum Teil feindlich gegenüberſtanden, in Kirchengemeinſchaft mit⸗ einander traten. Dieſe Erinnerung hat einen tiefen Eindruck auf unſer aller Herzen gemacht. Wir denken daran, daß die Synodalkonferenz eine kirchliche Vereinigung darſtellt, die dem Willen Gottes gemäß iſt. Es iſt nicht eine Vereinigung auf Grund einer menſchlich zugeſchnittenen Plattform, ſondern eine Vereinigung auf Grund der Einigkeit in der chriſtlichen Lehre in allen ihren Artikeln. Gott verleihe uns Gnade,