# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Verhandlungen der dreiundzwanzigſten Verſammlung die ihrer Bildung entſpricht. Gewöhnliche Arbeit mögen ſie nicht tun und werden dann Bummler. Das gilt inſonderheit auch von Mädchen, die durch eine Hochſchulbildung der Hausarbeit entfremdet werden. Somit nützt die Hochſchulbildung nichts, ſondern ſchadet nur. b. Für den Fortbeſtand der Anſtalt in der einen oder andern Geſtalt werden folgende Gründe angeführt: 1. Das Schließen der Anſtalt würde unſere Arbeit im Süden zurückſetzen. Unſere Leute und Arbeiter würden durch dieſen Schlag entmutigt werden, und unſere Feinde würden eine ſtarke Handhabe gegen uns bekommen und benutzen. Man würde ſagen: Die Sache der Lutheraner geht zurück, kommt zu uns! Und der Neger iſt leicht beeinflußt. Dieſer Gefahr dürfen wir uns jetzt um ſo weniger ausſetzen, als jetzt von anderer Seite mehr für die Ausbildung der Neger geſchieht als früher. 2. Die Anſtalt verleiht unſerer Miſſion nicht nur Anſehen, ſondern iſt auch zugleich ein vortreffliches Reklamemittel. Der Neger hält bekanntlich viel auf show. 3. Wenn die Anſtalt geſchloſſen wird, wird unſere Miſſion manchen begabten, brauchbaren und frommen Schüler verlieren. Die weite Entfernung nach Greensboro — etwa 1000 Meilen — und die großen Reiſekoſten würden manchen proſpektiven Schüler fernhalten. 4. Durch die Anſtalt ſind uns fernſtehende Knaben und Mädchen für unſere Kirche gewonnen worden. In ſechs Jahren wurden acht ſolcher Schüler unterrichtet und konfirmiert. Von dieſen waren etliche die Erſten aus ihren Familien, denen andere gefolgt ſind. Und wenn auch nicht alle ſich konfirmieren laſſen, ſo ſtehen doch alle unter ge⸗ ſunder lutheriſcher Zucht und lernen unſere Lehre kennen. Die Kommiſſion gelangte nach langen eingehenden Beratungen zu der Anſicht, das Luther⸗College ſollte verſuchsweiſe noch eine Zeitlang, etwa mit zwei Lehrern oder mit einem Lehrer, unter Beihilfe unſerer Miſſionare in New Orleans als Vorſchule für das Immanuel⸗College in Greensboro fortgeführt werden. So ließen ſich etwa brauchbare Schüler für unſere Miſſion aus unſerm ſüdlichen Miſſionsfelde ge⸗ winnen. Hiermit ſei die Sache dem Urteil der Ehrw. Synodalkonferenz anheimgeſtellt. 9. Ihre Kommiſſion erlaubt ſich, im Intereſſe der Negermiſſion die Anſtellung eines beſonderen Miſſionsdirektors zu empfehlen, welcher der Leitung der Negermiſſion ſeine ganze Zeit, Kraft und Aufmerk⸗ ſamkeit ſchenken kann und unter Aufſicht und Beirat der Miſſions⸗ kommiſſion alle damit verbundenen Arbeiten verrichtet. Wohl iſt die Anſtellung eines Miſſionsdirektors in der Negermiſſion eine Neuerung, jedoch keineswegs eine neue, unerprobte Einrichtung überhaupt. Viel⸗ mehr haben andere Kirchengemeinſchaften und Miſſionsgeſellſchaften im Inlande und Auslande längſt die Notwendigkeit und den Nutzen der Anſtellung eines beſonderen Leiters ihrer Miſſionen erkannt und haben gefunden, daß dieſe Einrichtung zum Gedeihen der Miſſion ausge⸗ ſchlagen iſt. Auch in den Kreiſen der Synodalkonferenz iſt ſie von einzelnen Synodaldiſtrikten reiflich erprobt worden, und man hat ſich