# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 41 ſonderen iſt dabei nun dies zu erwägen: In North Carolina haben wir ein verhältnismäßig großes College, in New Orleans ein be⸗ ſcheidenes; dort haben wir zwei Profeſſorenwohnungen, hier keine; das Immanuel⸗College hat vier Profeſſoren, das Luther⸗College jetzt nur noch einen; das erſtere iſt immer mit einer verhältnismäßig großen Schülerzahl geſegnet geweſen, im letzteren iſt die Zahl der Schüler ge⸗ ringer. Ganz einerlei, ob man perſönlich mehr für New Orleans oder mehr für Greensboro geneigt iſt, man muß erkennen, daß für unſere Miſſion das Immanuel⸗College in Greensboro gegenwärtig entſchieden das wichtigere iſt. Daher erhebt ſich die Frage: Was ſoll mit dem Luther⸗College werden? Die erſte Frage, ob wir gegenwärtig in der Negermiſſion zwei volle Seminare nötig haben, wird faſt einſtimmig von unſern Miſſionsarbeitern und Miſſionsfreunden mit Nein beant⸗ wortet. Doch die Frage: Was ſoll mit unſerm Luther⸗College ge⸗ ſchehen? wird verſchieden beantwortet. Es handelt ſich darum: Soll dieſe Anſtalt ganz eingehen, oder ſoll ſie in beſchränkter Weiſe fort⸗ geführt werden? Da die Ehrw. Synodalkonferenz diesmal über das Luther⸗College eingehend beraten will, ſo ſei es geſtattet, die Gründe der Vertreter beider Stellungen darzulegen. a. Für das gänzliche Eingehen der Anſtalt werden fol⸗ gende Gründe urgiert: 1. Bei dem gegenwärtigen Stand unſerer Negermiſſion iſt eine Anſtalt völlig genügend. 2. Für die vor⸗ handenen brauchbaren Schüler des Luther⸗College kann in der Weiſe geſorgt werden, daß ſie nach Greensboro geſchickt und dort ausgebildet werden. Das iſt für ſie nur von Vorteil, denn ſie kommen in etwas größere Klaſſen und werden dadurch angeregt und angeſpornt. Ferner kommen ſie mit andern Verhältniſſen und Leuten in Berührung, was ja ſchon an ſich als Vorbereitung auf ihren ſpäteren Beruf von Nutzen iſt. Schließlich aber verfügen wir in Greensboro über mehr Lehrmittel und mehr Lehrkräfte. 3. Was wir brauchen, iſt nicht eine große Anzahl farbiger Miſſionsarbeiter, ſondern treue, wohlvorbereitete, tüchtige und fähige Leute. Unſer Abſehen ſollte nicht ſein, ſie auf zwei Anſtalten möglichſt bald zuzuſtutzen, ſondern ſie zu erproben, für ihren Beruf möglichſt gründlich vorzubereiten und, ſoweit es zu erreichen iſt, ſie in einem Sinn und Geiſt für ihr heiliges und wichtiges Amt zu er⸗ ziehen. Das läßt ſich eher auf einer als auf zwei Anſtalten erreichen. 4. Als Hochſchule hat das Luther⸗College keinen Beruf. Die Synodal⸗ konferenz iſt keine Collegegeſellſchaft. Solange nicht beſondere Lehr⸗ kräfte dafür angeſtellt werden müſſen, und noch Raum da iſt, mögen auch ſolche, die nur eine weltliche Ausbildung wünſchen, unſere Anſtalt beſuchen; aber eine bloße Hochſchule für Farbige unterhalten wir als Synodalkonferenz nicht. 5. Es iſt noch ſehr fraglich, ob unſern Far⸗ bigen eine Hochſchulbildung von wirklichem Nutzen iſt. Das könnte ſie nur dann ſein, wenn ſie ſpäter Gelegenheit hätten, dieſe anzuwenden. Dieſe Gelegenheit bietet ſich jedoch gegenwärtig für den Neger nur in ſehr beſchränktem Maße. Die Folge iſt, ſie bekommen keine Anſtellung,