# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 27 ſetzen denken kann. Iſt das nicht ein entſetzliches Bild von der Fin⸗ ſternis, in der ſie ſtecken? Was ſollen wir angeſichts desſelben tun? Paulus ſagt: „Gott hat einen hellen Schein in unſere Herzen gegeben, daß durch uns entſtünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angeſichte JEſu Chriſti.“ Luther bemerkt zu dieſer Stelle: „Wir ſollen leuchten und predigen, wie man Gottes Gnade erkennen ſoll, in Chriſto uns erzeiget.“ Ein rechter Chriſt iſt auch ein eifriger Miſſionar, rechtgläubige Gemeinden ſind auch rechte Miſ⸗ ſionsgemeinden, und ſchrift⸗ und bekenntnistreue Synoden ſind auch zu⸗ gleich ihrem Berufe treue Miſſionsgeſellſchaften. Daher iſt es denn ganz ſelbſtverſtändlich, daß alle zur Synodalkonferenz gehörenden Synoden eifrig ſind im Werke der Miſſion, ja, daß ſie ſich in der Synodalkonferenz miteinander verbunden haben zu der Miſſion, den Negern unſers Landes das Licht des Wortes Gottes zu bringen, damit auch ſie zur heilſamen Erkenntnis Gottes kommen — alſo zum Werk der Negermiſſion. Dies Werk betreibt nun die Synodalkonferenz ſeit 33 Jahren. Aber arbeitet ſie in dieſem Werke nicht vergeblich? Vergeudet ſie nicht Kräfte und Opfer an den Kindern Hams? Haben nicht ſolche Stimmen recht, die da ſagen: Die Miſſion unter den Negern iſt kein Erfolg: je eher ſie aufgegeben wird, deſto beſſer? Was der Apoſtel Paulus hier als eine Wirkung deſſen, daß Gott einen hellen Schein in unſere Herzen gegeben hat, bezeichnet, nämlich daß durch uns wieder entſtünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angeſichte JEſu Chriſti, das liegt auch in der Negermiſſion zutage. An 32 Plätzen leuchtet unter den Negern unſers Landes, ausgetragen von den Boten der Synodalkonferenz, das Wort Gottes; viele Hunderte von Negern erfreuen ſich ſeines Glanzes, durch welchen ſie Gott errettet hat von der Obrigkeit der Finſternis und verſetzt in das Reich ſeines lieben Sohnes. Ihnen bricht ein neuer, herrlicher Tag an; der Morgenſtern, JEſus, geht auf in ihrem Herzen; ſie erkennen die Klarheit Gottes in dem Angeſichte JEſu Chriſti, näm⸗ lich ſeine Gnade; ſie kommen alſo zur rechten Gotteserkenntnis und werden Kinder des Lichts, wie wir. Und dann wandeln ſie auch wie die Kinder des Lichts. Durch Gottes Gnade führen viele unter ihnen ihren Wandel in Gottesfurcht, auf daß ſie ſeien ohne Tadel und lauter und Gottes Kinder, unſträflich mitten unter dem unſchlachtigen und verkehrten Geſchlecht, unter welchem ſie wiederum ſcheinen als Lichter in der Welt. Auch ſie ſind wiedergeboren zu der lebendigen Hoffnung, zu dem Erbe, das behalten wird im Himmel, wo auch ſie einſt in vollkommener Gotteserkenntnis Gott ſchauen werden. Das iſt durch Gottes Gnade der Erfolg unſerer Negermiſſion. Laſſen wir nun zunächſt unſern Blick über das Feld unſerer Neger⸗ miſſion ſchweifen und wenden wir dann unſere Aufmerkſamkeit ver⸗ ſchiedenen wichtigen Angelegenheiten der Negermiſſion zu.