# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der dreiundzwanzigſten Verſammlung Evangelium rief er in unſer Herz: „Es werde Licht!“ Und als er ſo ſprach, da ward es Licht. Der Heilige Geiſt legte ſeine Hand an das blinde Auge unſerer Seele und ſprach: „Sei ſehend!“ Und wir wurden ſehend. Und was wir erkannten, was wir nun ſehen, das iſt die Klarheit Gottes in dem Angeſichte JEſu Chriſti. Wir haben ge⸗ glaubt und erkannt, daß JEſus Chriſtus iſt der Sohn des lebendigen Gottes. Und durch den Sohn erkennen wir den Vater, den lebendigen Gott. In Chriſto erkennen wir den Glanz, die Herrlichkeit, der gött⸗ lichen Gnade. Wir wiſſen, JEſus iſt unſer und der Welt Heiland, der Sünde, Tod und Hölle zunichte gemacht und das Leben und ein un⸗ vergängliches Weſen ans Licht gebracht hat, der HErr, der unſere Gerechtigkeit iſt, der Gott und Hort unſers Heils. Und Chriſtus hat in uns eine Geſtalt gewonnen; er lebt in uns. Was wir jetzt leben im Fleiſch, das leben wir im Glauben des Sohnes Gottes. Wir halten uns dafür, daß wir der Sünde abgeſtorben ſind, und leben Gotte in Chriſto JEſu. Und in Chriſto ſehen wir den Himmel offen, ſehen in Gottes Vaterherz hinein. Wir haben in Chriſto einen gnä⸗ digen Gott trotz all unſerer Schwachheit. Und dieſe Gnadenſonne bleibt im Leben und Sterben unverrückt vor unſern Augen ſtehen, und vermöge ihres Glanzes erwachen wir einſt am herrlichen Auferſtehungs⸗ morgen nach Gottes Bild, in vollkommener Gotteserkenntnis. O daß doch alle Menſchen dieſe ſelige Gotteserkenntnis hätten, dieſes Licht, das da leuchtet zum ewigen Leben! Aber noch gehen un⸗ gezählte Millionen ohne dasſelbe dahin, ſitzen noch in Finſternis und im Schatten des Todes; ihr Verſtand iſt verfinſtert, und ſie ſind ent⸗ fremdet von dem Leben, das aus Gott iſt, durch die Unwiſſenheit, ſo in ihnen iſt, durch die Blindheit ihres Herzens. Und zu dieſen gehört auch die Mehrzahl der 9,000,000 und mehr Neger unſers Landes; ja, ſie ſitzen vor andern in tiefer Nacht. Sie ſind zum großen Teil noch gleichſam an Händen und Füßen mit Ketten der Finſternis ge⸗ bunden. Ihre Unwiſſenheit mit Bezug auf göttliche Dinge iſt nicht auszuſagen. Ihr Aberglaube, der wie ein Krebsgeſchwür das ganze Volk durchfreſſen hat und an deſſen Mark zehrt, iſt ſo grenzenlos, daß Leute, die im gewöhnlichen Leben mit ihnen zuſammentreffen, nur eine geringe Ahnung davon haben. Natürlich können die Folgen ſolchen Un⸗ und Aberglaubens auch nicht ausbleiben. Sie liegen tief in Sün⸗ den und Laſtern aller Art. Sie ſind in der Tat in großem Maße die verkommenen und verſunkenen Menſchen, für die ſie angeſehen werden. Selbſt auf viele unter ihnen, die für Chriſten gehalten ſein wollen, findet das Wort des Apoſtels Judas in ſeiner Epiſtel Anwendung: „Sie läſtern, da ſie nichts von wiſſen. Was ſie aber natürlich erkennen, darinnen verderben ſie wie die unvernünftigen Tiere.“ Oft ſchleppen ſie ſich ſchon hier, mit Schimpf und Schande überhäuft und mit dem Fluch gebrandmarkt, elend durchs Leben, bis ſie durch einen unſeligen Tod in eine Ewigkeit fahren, an die man nur mit Grauen und Ent⸗