# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 25 kommen. Am Anfang hatte Gott den Menſchen neben dem natürlichen Licht und neben dem leiblichen Vermögen, Gottes Werke zu betrachten, noch ein weit herrlicheres Licht gegeben, die ſelige Erkenntnis Gottes, dem Ebenbilde Gottes gemäß, zu dem ſie erſchaffen waren. Aber eben dieſes Licht ging durch die Sünde verloren, und es gilt nun von allen natürlichen Menſchen: „Welcher Verſtand verfinſtert iſt und ſind ent⸗ fremdet von dem Leben, das aus Gott iſt, durch die Unwiſſenheit, ſo in ihnen iſt, durch die Blindheit ihres Herzens“, Eph. 4, 8. Es iſt keinerlei geiſtliche Erkenntnis im natürlichen Menſchenherzen, kein Ver⸗ mögen, Gott recht zu erkennen; ja, der Menſch liebt die Finſternis und haßt das Licht. Wie kann denn aus ſolcher Finſternis wieder Licht werden? Dazu iſt eine Neuſchöpfung nötig. Gott muß dies Werk voll⸗ bringen, ſonſt bleibt es ungeſchehen. Nur ſeine Kraft kann es ausrichten. „Wir glauben nach der Wirkung ſeiner mächtigen Stärke“, Eph. 1, 19. „Wir ſind ſein Werk, geſchaffen in Chriſto JEſu“, Eph. 2, 10. Und Gott, der die Kraft hat, die ſeligmachende Erkenntnis zu wirken, der will auch dies Wunderwerk nach ſeinem Gnadenwillen vollbringen. Kinder Gottes werden nicht geboren von dem Willen des Fleiſches noch von dem Willen eines Mannes, ſondern: „Er hat uns gezeuget nach ſeinem Willen“, Jak. 1, 18. Gott iſt es, der die Menſchen zu ſeiner Erkenntnis bringt. Das Mittel, wodurch er das tut, iſt ſein Wort. „Gott hieß das Licht aus der Finſternis hervorleuchten.“ Durch ſein Wort: „Werde Licht!“ vollbringt er dies Werk, verwandelt die Finſternis in Tag. Gottes Wort iſt das Mittel und Werkzeug der Bekehrung, der Erleuchtung, der Wiedergeburt. Gottes Wort iſt der Kanal, durch den unſerer Seele Licht und Erkenntnis zufließt. Gottes Wort iſt die Augenſalbe, die uns ſehend macht. Paulus ſagt in unſerm Text, daß Gott ihm und den andern Apoſteln einen hellen Schein ins Herz ge⸗ geben habe. Gottes Wort iſt das helle Licht, das Blinde ſehend macht. Auch das Geſetz iſt ein Licht; es hat eine Klarheit, einen Glanz, der von Gott kommt. Freilich iſt dies Licht erſchrecklich. Darin lodert und brennt Gottes Heiligkeit und Zorn. Es überzeugt uns, daß wir in Finſternis und im Schatten des Todes ſitzen. Es beleuchtet den Abgrund, über dem der Sünder ſchwebt, in den er verſunken iſt. Es hilft ihm aber nicht aus dem Abgrund, führt ihn nicht aus der Fin⸗ ſternis heraus. Aber das Geſetz hat einen verſchwindenden Glanz. Seine ſchreckliche Klarheit erbleicht und macht dem unvergleichlich ſchöneren, tröſtlichen Licht des Evangeliums Platz. Das Evangelium ſtrahlt in überſchwenglicher Klarheit. Durch das Evangelium erleuchtet Gott der Heilige Geiſt der Menſchen Herz und bringt ſie zur heilſamen Erkenntnis Gottes. Gott hat in Gnaden uns dieſe Erkenntnis durch ſein Wort ge⸗ ſchenkt. Wir ſind ſein Werk, geſchaffen in Chriſto JEſu. Durch ſein