# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der dreiundzwanzigſten Verſammlung ich habe euch erwählet“, Joh. 15, 16. „Darinnen ſtehet die Liebe, nicht daß wir Gott geliebt haben, ſondern daß er uns geliebt hat“, 1 Joh. 4, 16. Gott hat uns mit ſich ſelbſt verſöhnt durch JEſum Chriſtum, 2 Kor. 5, 18. „Darum preiſet Gott ſeine Liebe gegen uns daß Chriſtus für uns geſtorben iſt, da wir noch Sünder waren. Chri⸗ ſtus iſt für uns Gottloſe geſtorben“, Röm. 5, 8. 6. Die zuletzt angeführte Stelle zeigt uns den zweiten Schritt, den Chriſtus tat, um uns zu ſeinen Freunden zu machen: er iſt für uns geſtorben. Er ſelbſt ſagt davon: „Größere Liebe hat niemand denn die, daß er ſein Leben läſſet für ſeine Freunde“, Joh. 15, 13. Gerade das hat Chriſtus für uns getan. „Er iſt die Verſöhnung für unſere Sünde“ ꝛc., 1 Joh. 2, 2. Gott war in Chriſto und verſöhnte die Welt mit ſich ſelber. Aber wie? „Und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu“, 2 Kor. 5, 19. Er erläßt die Schuld; er tilgt die Handſchrift; er ver⸗ gibt die Sünde. Der dritte Schritt, den Chriſtus tat, um uns zu ſeinen Freunden zu machen, war der, daß er uns ſeine Liebe kundtat. Er ſelbſt predigte das Evangelium, als er auf Erden wandelte. Und als er gen Himmel fahren wollte, traf er Vorkehrungen, daß die Predigt dieſes Evange⸗ liums bis ans Ende der Zeit erſchalle: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur!“ St. Paulus ſagt: „So ſind wir nun Botſchafter an Chriſtus' Statt; denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Chriſtus' Statt: Laſſet euch verſöhnen mit Gott!“ 2 Kor. 5, 20. Wer nun dieſe Botſchaft annimmt, wer dieſes Wort Gottes glaubt, der wird dadurch ein Freund Gottes. „Abraham hat Gott geglaubet, und das iſt ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und iſt ein Freund Gottes geheißen“, Jak. 2, 23. (Vgl. 2 Chron. 20, 7; Jeſ. 41, 8.) Wie behandelt Chriſtus ſeine Freunde? Er be⸗ handelt ſie nicht wie Knechte. Ein guter Herr wird auch ſeinen ge⸗ ringſten Sklaven freundlich behandeln; aber er wird nicht vertraut mit ihm. Mit ſeinem Sklaven verhandelt er nicht ſeine perſönlichen An⸗ gelegenheiten; ihm offenbart er nicht ſein Herz; zu ihm ſpricht er nicht von ſeinen Hoffnungen und Befürchtungen; ihm teilt er nicht ſeine Pläne mit ꝛc. „Ein Knecht weiß nicht, was ſein Herr tut“, Joh. 15, 15. Mit Moſes redete der HErr „von Angeſicht zu Angeſicht, wie ein Mann mit ſeinem Freunde redet“, 2 Moſ. 33, 11. Mündlich redete er mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichniſſe, 4 Moſ. 12, 8. Und wie der HErr mit Moſe redete, ſo offen und vertraulich behandelt Chriſtus ſeine Freunde. „Euch aber habe ich geſagt, daß ihr Freunde ſeid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehöret, habe ich euch kundgetan“, Joh. 15, 15. Sonſt ſagt JEſus auch: „Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihnen kundtun, auf daß die Liebe, damit du mich liebeſt, ſei in ihnen und ich in ihnen“, Joh. 17, 26. (Vgl. auch V. 6—8.)