# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 15 Gottes in die Welt gekommen iſt, ſein Leben zu einer Erlöſung für viele zu geben, Matth. 20, 28. Er iſt unſer Stellvertreter. Sein Werk iſt ſtellvertretende Verſöhnung. Das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Got⸗ tes, macht uns rein von aller Sünde. Welches iſt der Gewinn, den die Jünger JEſu davon haben? „Die Wahrheit wird euch freimachen.“ „So euch nun der Sohn frei⸗ macht, ſo ſeid ihr recht frei.“ — „Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt ſchämet; denn das Ende der⸗ ſelbigen iſt der Tod. Nun ihr aber ſeid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod iſt der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes iſt das ewige Leben in Chriſto JEſu, unſerm HErrn“, Röm. 6, 20—23. Wir ſind frei vom böſen Gewiſſen und von der knechtiſchen Furcht vor Gott. „Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geiſt empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, ſondern ihr habt einen kindlichen Geiſt empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!“ Röm. 8, 15. Wir ſind frei von der Angſt vor Leiden und Trübſal; denn „wir wiſſen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum beſten dienen“, Röm. 8, 28. Wir ſind frei von der Furcht des Todes; denn Chriſtus hat „dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergänglich Weſen ans Licht gebracht“, 2 Tim. 1, 10. Wir ſind frei von der Gewalt des Teufels; denn „dazu iſt erſchienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerſtöre“, 1 Joh. 3, 8. Wir ſind frei von der Furcht vor dem Gericht; denn „wer will die Aus⸗ erwählten Gottes beſchuldigen? Gott iſt hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Chriſtus iſt hie, der geſtorben iſt, ja vielmehr, der auch auferwecket iſt, welcher iſt zur Rechten Gottes und vertritt uns“, Röm. 8, 33. 34. Und „ſo iſt nun nichts Verdammliches an denen, die in Chriſto JEſu ſind. . . . Denn das Geſetz des Geiſtes, der da lebendig macht in Chriſto JEſu, hat mich freigemacht von dem Geſetz der Sünde und des Todes“, Röm. 8, 1. 2. 6. „Ihr ſeid meine Freunde.“ (Joh. 15, 14.) Wie hat uns JEſus zu ſeinen Freunden gemacht? Wir haben nicht JEſum zu unſerm Freunde gemacht. JEſus ſelbſt ſagt: „Ihr habt mich nicht erwählet.“ Das kann ja auch gar nicht ſein. Fleiſchlich geſinnet ſein iſt eine Feindſchaft wider Gott. Der natür⸗ liche Menſch vernimmt nichts vom Geiſt Gottes. Es iſt ihm eine Tor⸗ heit. Der Welt Freundſchaft iſt Gottes Feindſchaft. (Jak. 4, 4.) Wenn es gilt, zwiſchen JEſu und dem Mörder zu wählen, dann ſchreit die Welt: „Gib uns Barabbam los!“ Und was ſoll mit JEſu ge⸗ ſchehen? „Hinweg mit ihm! Kreuzige ihn!“ Unter dieſen Umſtänden mußte Gott die erſten Schritte zur Freund⸗ ſchaft tun. Er hat ſie getan. „Ihr habt mich nicht erwählet, ſondern