# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der dreiundzwanzigſten Verſammlung 5. „Ihr ſeid meine rechten Jünger.“ (Joh. 8, 31.) JEſus iſt der Lehrer. Das liegt in den Worten, wenn JEſus ſeine Chriſten als ſeine Jünger bezeichnet. Das ſpricht er auch aus, wenn er ſich ſelbſt den Meiſter nennt. Gott der Vater hat dieſen An⸗ ſpruch beſtätigt, als er vom Himmel rief: „Dies iſt mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den ſollt ihr hören!“ JEſus iſt der größte Lehrer aller Zeiten. Juden, Mohammedaner und Ungläubige pflichten den Chriſten bei, daß JEſus als Lehrer einzig in ſeiner Art ſei. Noch heute iſt er unſer Lehrer. Denn als er nach Beendigung ſeines Erlöſungswerkes im Begriff war, zum Himmel zu⸗ rückzukehren, traf er Anordnung, daß ſeine Lehre auf Erden weiter⸗ geführt werde, Matth. 28, 20. Jünger ſind Schüler. Das waren die Jünger, die JEſus ſich erwählt und berufen hatte, daß ſie ihm nachfolgten und von ihm lernten, damit ſie der Welt das Evangelium verkündigen möchten. So ſind auch alle Chriſten JEſu Schüler. Die Kirche iſt eine Schule. Die Kirche iſt nicht da zum Zweck der Unterhaltung. Sie iſt nicht eine Geſellſchaft, in der jeder ſeine eigenen unreifen Gedanken an den Mann zu bringen ſucht. Sie iſt nicht ein Ort zur Erörterung akademiſcher Fragen. Die Kirche iſt eine Schule, in der Weisheit von oben gelehrt wird, praktiſche himmliſche Weisheit, Weisheit zum ewigen Leben. JEſus macht ſeine Jünger nicht nur zu Hörern, ſondern auch zu Tätern ſeines Wortes, Jak. 1, 22. Das Textbuch, das die Jünger JEſu ſtudieren, iſt das Wort Chriſti. „So ihr bleiben werdet an meiner Rede.“ Die Chriſten vermeſſen ſich nicht, die Wahrheit ſelbſt zu ſuchen; ſie laſſen ſie ſich einfach von ihrem Meiſter ſagen. Ihr Meiſter iſt ihre Autorität. Sie ſind nicht wie die Athener, denen die Ohren danach juckten, immer etwas Neues zu hören. Sie bleiben bei den Worten ihres Meiſters. Die können ſie auch nie auslernen. Das Wort ihres Meiſters iſt tief und weit und zeigt dem, der darin forſcht, die Wahrheit immer in einem neuen Lichte. Die Wahrheit iſt es, die die Jünger JEſu erkennen. „Was iſt Wahrheit?“ Dieſe alte Frage des Pilatus iſt noch von keinem Men⸗ ſchen beantwortet worden. Alle Lehrer der Welt, mögen ihre Syſteme auch noch ſo weit voneinander abweichen, finden ſich doch in der einen Lehre wieder zuſammen, daß der Menſch ſelig werde durch ſeine eigenen guten Werke. Und das iſt die Lüge aus dem Abgrund. JEſus „wußte, was im Menſchen war“; und er enthüllt vor unſern erſtaunten Augen das wahre Innere eines Menſchen mit den Worten: „Aus dem Herzen kommen arge Gedanken“ ꝛc., Matth. 15, 19. Das iſt Wahrheit zum Verzweifeln. Aber dieſe Wahrheit offenbart uns Chriſtus nur zu dem Zweck, um uns für die andere Wahrheit empfänglich zu machen, daß der Sohn