# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 13 artigen Kenntniſſen, wenn ſie auch aus der Heiligen Schrift geſchöpft ſind, und mit allen Kenntniſſen über die Heilige Schrift weiß jemand die Heilige Schrift noch nicht. Die Heilige Schrift weiß nur der, der durch ſie zur Buße gekommen iſt und in ihr Vergebung der Sünden gefunden hat. Unſer Zeugnis muß deshalb Bußpredigt ſein. Die zehn Gebote müſſen wir den Leuten ſchärfen. Wir müſſen z. B. bezeugen, daß jeder zornige Gedanke Mord, jeder unkeuſche Gedanke Hurerei, jeder unehr⸗ liche Gedanke Diebſtahl iſt u. dgl. Und das ſind nicht kleine, gering⸗ fügige Sünden. Das ſind große, gewaltige Sünden, Sünden gegen den allmächtigen, heiligen Gott. Und der Sold der Sünde iſt der Tod, der zeitliche und ewige Tod. Wenn dann, durch die Erkenntnis dieſer ſchrecklichen Wahrheiten beſtürzt, die Leute fragen: Was muß ich tun, daß ich ſelig werde? ſo ſollen wir ihnen die Vergebung der Sünden bezeugen. Der Sünder ſoll nicht ſeine Sünde bezahlen, er ſoll ſeine Sünde nicht abarbeiten. Seine Sünde iſt vergeben, erlaſſen. „Chriſtus iſt um unſerer Sünden willen dahingegeben und um unſerer Gerechtigkeit willen auferwecket“, Röm. 4, 25. Nach der Schrift iſt ſolches geſchehen. Chriſtus war unſer Stellvertreter. Was er getan hat, hat er an unſerer Statt getan. Was er getan hat, brauchen wir nicht noch einmal zu tun. Was er getan hat, genügt, die Gerechtigkeit Gottes zufriedenzuſtellen. Das darf der Sünder annehmen; darauf darf er vertrauen; darauf darf er ſich ver⸗ laſſen; das darf er glauben; darin ſoll er Troſt, Erquickung, Seligkeit haben. Das ſollen wir bezeugen. Wo ſollen wir zeugen? „Unter allen Völkern und anheben zu Jeruſalem.“ Das iſt Chriſti Antwort, die die Sache entſcheidet. Da⸗ mit ordnet der HErr Miſſion aller Art an, innere Miſſion aller Art, äußere Miſſion aller Art. Alle Welt ſoll an allen Orten und in allen Sprachen mit dem Zeugnis von JEſu erfüllt werden. Wie rüſtet JEſus ſeine Zeugen aus? Er ſelbſt „öffnete ihnen das Verſtändnis, daß ſie die Schrift verſtunden“, Luk. 24, 45, und hieß ſie warten zu Jeruſalem, bis ſie angetan würden mit Kraft aus der Höhe, V. 49. Zu Pfingſten wurden ſie angetan mit Kraft aus der Höhe, als der Heilige Geiſt über ſie ausgegoſſen wurde. Da hatten ſie Kraft und Mut zu zeugen. Sie predigten Buße ſo ernſtlich, daß es den Hörern durchs Herz ging und ſie riefen: „Ihr Männer, liebe Brüder, was ſollen wir tun?“ Und ſie predigten Vergebung der Sünde ſo kräftig, daß von den Hörern an dem Tage bei dreitauſend Seelen hinzugetan wurden, Apoſt. 2, 37—41. So hat JEſus ſelbſt ſeine Zeugen ausgerüſtet, daß ſie nicht nur mit Worten Buße und Vergebung der Sünden predigen. Ihr ganzes Leben iſt ein Zeugnis von Buße und Vergebung. Viele Chriſten haben auch mit ihrem Blute Zeugnis abgelegt, ſind Blutzeugen, Märtyrer, geworden. So haben ſie viele Heiden für Chriſtum gewonnen, daß man ſchön geſagt hat: „Das Blut der Märtyrer iſt der Same der Kirche.“