# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 11 Aus einem Kinde des Teufels iſt der Chriſt ein Kind Gottes ge⸗ worden. Gott hat Chriſtum eben zu dem Zweck in dieſe Welt geſandt, Menſchen zu Gottes Kindern und Himmelserben zu machen. Chriſtus hat einen vollkommenen heiligen Lebenswandel geführt, um zu erſtatten, was wir durch unſer ſündiges Leben verſchuldet hatten. Chriſtus hat die Qualen der Hölle an Leib und Seele erduldet, damit wir eben dieſen Höllenqualen entfliehen möchten. Chriſtus iſt den ſchimpflichen Tod am Fluchholz geſtorben, damit wir von Schuld und Strafe und von der Herrſchaft der Sünde, von der Furcht des Todes und der ewigen Ver⸗ dammnis frei ſein möchten. Wir hören das Geſetz und lernen uns anſehen, wie uns Gott ſieht, als verlorene und verdammte Sünder. Uns reut unſere Sünde, und wir erſchrecken vor der Strafe des gerechten Richters. Wiederum hören wir das Evangelium und ſehen den Heiland der Sünder und erkennen, was er getan hat, um Sünder ſelig zu machen. So faſſen wir wieder Mut und vertrauen Chriſto als dem Heiland, ja als unſerm Heiland. Wir ſehen, wie Gott uns geliebt hat, und wir vertrauen ihm als unſerm Vater. Wir ſind ſeine Kinder und Erben, Miterben Chriſti! So ſind wir zu Kindern Gottes wiedergeboren. Das Evangelium von Chriſto iſt eine Kraft Gottes, die da ſelig macht alle, die daran glauben. Wir ſind wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, ſondern aus unvergäng⸗ lichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewig⸗ lich bleibet, 1 Petr. 1, 23. Was iſt nun das Erbe? „Ererbet das Reich, das euch be⸗ reitet iſt von Anbeginn der Welt.“ „Ererbet“, nicht: „erwerbet“. Als Erben haben wir nichts hervorgebracht. Der Vater hat es alles be⸗ reitet, daß wir es als freies Erbe erhalten ſollen. Ferner: Das Reich iſt „euch“ bereitet, für euch. Ihr habt nichts getan, es zu bereiten. Das hat ein anderer getan. Chriſtus hat gearbeitet, damit ihr die Frucht ſeiner Arbeit genießt. Wiederum iſt dieſes Reich für euch be⸗ reitet „von Anbeginn der Welt“. Das war ja lange, ehe ihr geboren wurdet. Es iſt deshalb gänzlich ausgeſchloſſen, daß ihr auch nur das Geringſte zur Bereitung dieſes Reiches beigetragen habt. Hier gilt Röm. 3, 28; Eph. 2, 8. 9. Alexander, Mohammed, Napoleon u. a. haben an der Spitze ſiegreicher Armeen ſich Königreiche mit Gewalt er⸗ obert. Nicht ſo die Chriſten: ſie ererben das Reich, das Chriſtus für ſie erobert hat. Ein König ſein iſt wohl das Herrlichſte, was man ſich auf Erden denken kann. Viele haben denn auch ſchon ihre Seele verſchachert, um eine Krone zu gewinnen. Der proteſtantiſche Heinrich von Navarra meinte, daß „Paris wohl eine Meſſe wert“ ſei, und trat zur katholiſchen Kirche über, um König Heinrich IV. von Frankreich zu werden. Eine deutſche Prinzeſſin gab ihren lutheriſchen Glauben auf, um die griechiſch⸗ katholiſche Kaiſerin von Rußland zu werden. Und eine engliſche Prin⸗ zeſſin hat ihren proteſtantiſchen Glauben verleugnet, um katholiſche Königin von Spanien zu werden.