# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der dreiundzwanzigſten Verſammlung in den Abgrund und ertrinken. Athen war der höchſte Gipfel, den die Welt je erklommen hat in Philoſophie, Künſten, Wiſſenſchaft ꝛc. Und eben in dieſem Athen hatte man einen Altar errichtet „dem unbekannten Gott“. Die Kultur der ganzen Alten Welt war mit Finſternis bedeckt. In der Finſternis des Heidentums finden wir Aberglauben, Lüge, Ver⸗ zweiflung ſelbſt unter den glänzendſten äußeren Verhältniſſen. In dieſer dicken Finſternis verbreiten die Chriſten Licht und Hellig⸗ keit. Sie bringen der Welt das Licht des Evangeliums von Chriſto. Sie predigen Chriſtum, der uns zur Weisheit und zur Erkenntnis ge⸗ macht iſt. Sie predigen Chriſtum, der unſer Friede und unſere Hoff⸗ nung iſt. Welche Freude und welchen Glanz hat nicht das Weihnachts⸗ feſt in dieſe Welt gebracht! Welchen Troſt und welche Hoffnung bringt nicht das Oſterfeſt! Vgl. 1 Petr. 1, 3—9. In dem Lichte dieſes Evangeliums können Chriſten ſicher durch dieſes Leben wandeln auf allen Wegen des Berufs, durch Freud' und Leid, durch Geſundheit und Krankheit, durch Tod und Grab zu den vielen Wohnungen in unſers Vaters Hauſe droben im Himmel. Ohne Licht kein Leben. In der Finſternis des Heidentums hat das menſchliche Leben geringen Wert. Schwächliche Kinder wurden einfach ausgeſetzt; Kriegsgefangene wurden getötet, alte und ſchwache Leute wurden aus dem Wege geſchafft. Chriſten ſind das Licht der Welt. Wo Chriſten ſind, da wird auch für das irdiſche Leben der Leute geſorgt. Vor allen Dingen aber bringen Chriſten geiſtliches Leben. Sie predigen Chriſtum, der uns vom Tode erlöſt hat. Und was noch mehr iſt: ſie leben es der Welt vor, daß ſie durch Chriſtum aus den Toten lebendig ſind. Sie laſſen die Leute ihre guten Werke ſehen. Davon ſchreibt auch St. Petrus in ſeiner erſten Epiſtel, Kap. 2, 11. 12; 3, 1. Das tun Chriſten aber nicht in marktſchreieriſcher Weiſe, wie die Phariſäer. Die Phariſäer taten ihre „guten Werke“ vor den Leuten, damit ſie von den Leuten geſehen würden, damit ſie bei den Leuten Ruhm hätten. Sie hatten ihren Lohn dahin. Chriſten, als Lichter der Welt, tragen ihre guten Werke nicht zur Schau, um den Beifall der Menge zu erhaſchen. Es iſt ihnen nur darum zu tun, daß ihr Vater im Himmel geprieſen werde. 3. „Ihr Geſegneten meines Vaters.“ (Matth. 25, 34.) Wer ſind die Geſegneten? Die Chriſten. Aber was waren die Chriſten von Natur? Das ſehen wir aus den Worten, die Chriſtus an die Leute zu ſeiner Linken richten wird: „Gehet von mir, ihr Ver⸗ fluchten, in das ewige Feuer, das bereitet iſt dem Teufel und ſeinen Engeln!“ Von Natur iſt jeder Menſch in Sünden empfangen und ge⸗ boren. Wer aber Sünde tut, der iſt vom Teufel, 1 Joh. 3, 8. Darum iſt ſein Teil mit dem Teufel; er iſt verflucht.