# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 9 Sünder zu einem Kinde Gottes gemacht hat. Es iſt eine hohe Ehre, die Chriſtus ſeinen Gläubigen erweiſt, indem er ihnen ſeinen eigenen Titel beilegt: „Licht der Welt.“ Es liegt in der Natur des Lichtes, daß es leuchte. Ein finſteres Licht iſt ein Widerſpruch in ſich ſelbſt. Deshalb ſollen Chriſten nie ihre Lichtnatur vergeſſen. Chriſtus ſelbſt ermahnt ſie: „Laſſet euer Licht leuchten vor den Leuten, daß ſie eure guten Werke ſehen und euren Vater im Himmel preiſen.“ Luther ſagt zu dieſer Stelle: „Siehe, wie fleißig treibt er die Ver⸗ mahnung, welches er doch nirgend zu dürfte, wenn es nicht große Fahr und Not hätte. Und iſt ſo viel geſagt: Man wird euer Licht wollen verfinſtern und nicht wollen leiden; aber ſeid nur keck und getroſt da⸗ gegen, daß ihr nur ſo viel erhaltet, daß ihr nicht unter den Scheffel kriecht und euer Amt redlich ausrichtet, ſo will ich zuſehen, daß man's nicht ſo dämpfen ſoll.“ „St. Matthäus, ſamt den andern zweien Evan⸗ geliſten Markus und Lukas, treibt ſein Evangelium nicht ſo hoch und viel auf den hohen Artikel von Chriſto als St. Johannes und Paulus. Darum reden und vermahnen ſie viel von guten Werken; wie es denn ſein ſoll in der Chriſtenheit, daß man beides treibe, doch ein jegliches in ſeinem Weſen und Würden gehe: daß man am erſten und höchſten den Glauben und Chriſtum führe, danach auch die Werke treibe.“ (Erl. 43, 80 f.) Als Licht der Welt können Chriſten gar nicht anders als leuchten. Sie ſind von dem HErrn auf den Leuchter geſtellt. Sie ſind eine Stadt, die auf einem Berge liegt; die kann nicht verborgen bleiben. „Ich glaube, darum rede ich“, Pſ. 116, 10. Auch im Kerker beteten Paulus und Silas und lobten Gott, Apoſt. 16, 25. Trotz der Drohung des Hohen Rats wollten Petrus und Johannes nicht aufhören zu reden in dem Namen JEſu, Apoſt. 4. „Wie ſoll ich dem HErrn vergelten alle ſeine Wohltat, die er an mir tut? Ich will den heilſamen Kelch nehmen und des HErrn Namen predigen“, Pſ. 116, 12. 13. Daß Paulus der vornehmſte unter den Sündern war, verſchloß ihm ſeine Lippen nicht; im Gegenteil, daß er Barmherzigkeit erlangt hatte, ließ ihn um ſo lauter die Gnade Chriſti rühmen. „Zion, du Predigerin, ſteig auf einen hohen Berg! Jeruſalem, du Predigerin, hebe deine Stimme auf mit Macht; heb auf und fürchte dich nicht; ſage den Städten Judas: Siehe, da iſt euer Gott!“ Jeſ. 40, 9. So ruft der HErr ſeiner Kirche, dem Licht der Welt, zu. Und Zion antwortet: O daß ich tauſend Zungen hätte Und einen tauſendfachen Mund, So ſtimmt' ich damit in die Wette Vom allertiefſten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir getan. Was wäre die Welt ohne das Licht der Chriſten! In der Nacht verirren die Leute ſich; ſie ſtraucheln und fallen; ſie ſtürzen