# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1910_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1910. 7 Man kann bei dieſem Titel daran denken, daß, wie das Salz weiß und rein iſt, zwar nicht von Natur, ſondern durch Bearbeitung, ſo auch die Chriſten, die von Natur Sünder ſind, doch durch Chriſti Blut abge⸗ waſchen und durch die Vergebung ihrer Sünden ganz gereinigt und geheiligt ſind. „Ihr ſeid abgewaſchen, ihr ſeid geheiliget, ihr ſeid ge⸗ recht worden durch den Namen des HErrn JEſu und durch den Geiſt unſers Gottes“, 1 Kor. 6, 11. Auch durch Heiligung des Lebens be⸗ ſtreben ſich die Chriſten, wiewohl in großer Schwachheit und Unvoll⸗ kommenheit, dem Salz gleich immer mehr weiß und rein zu werden. Man kann bei dieſem Titel auch daran denken, daß, wie das Salz zum Opfer gebraucht wurde (vgl. 3 Moſ. 2, 13; Mark. 9, 49), ſo die Chriſten als das Salz der Erde ihre Leiber Gott zu einem wohlgefälligen Opfer im vernünftigen Gottesdienſt darbringen ſollen, Röm. 12, 1; 14, 7. 8. Das Salz hat vor allen Dingen die Eigenſchaft zu präſervie⸗ ren. Für ſich ſelbſt taugt das Salz nichts; es iſt nur dazu da, andere Dinge zu erhalten. Es bewahrt das Fleiſch vor Fäulnis und erhält die Speiſen friſch während der Hitze des Sommers und auf langen Reiſen. Daß Gott um ſeiner Chriſten willen die Welt auch leiblich erhält, zeigen viele Beiſpiele. Um nur zehn Gerechter willen war Gott bereit, der laſterhaften Städte Sodom und Gomorra zu verſchonen, 1 Moſ. 18, 32. Um Pauli willen wurden 276 Seelen in einem gewaltigen Unwetter erhalten und vor einem naſſen Grabe bewahrt, Apoſt. 27. Abraham betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech und ſein Weib und ſeine Mägde, 1 Moſ. 20, 17. Und noch heute vermag des Gerechten Gebet viel, wenn es ernſtlich iſt, Jak. 5, 16. — Das geben auch Un⸗ gläubige zu, daß durch das Chriſtentum die Menſchheit regeneriert und auf eine höhere Stufe der Kultur geſtellt werde. (Vgl. Kidd, Social Evolution.) — Vor allen Dingen aber ſollen Chriſten geiſtlicherweiſe ein Salz ſein, geiſtlicherweiſe die Menſchheit zu erhalten, indem ſie durch ihr Zeugnis gegen den Unglauben, durch ihr Zeugnis von Chriſto und durch ihren Wandel Menſchen für den Heiland gewinnen und ſie zu Chriſten machen. Das Salz würzt. Ohne Salz ſind Speiſen ſchmacklos, wider⸗ lich; mit Salz werden ſie genießbar, dem Geſchmack angenehm und dem Körper geſund. Die Welt iſt fade und ſchmacklos durch die Sünde. Das zeigt ſich auf allen Gebieten: auf dem Gebiet der Kunſt und Literatur, der Wiſſenſchaft, der Bildung und Gelehrſamkeit. Der Sünder kann kein irdiſches Gut recht gebrauchen; er mißbraucht alle zum eigenen Fluch und Verderben. Man denke an das Geld. Die unerſättliche Gier nach Geld verfälſcht die Milch für die Kleinen und die Arznei für die Kranken. Chriſten ſind ein Salz der Erde. Sie gebrauchen ihr Geld, damit Gutes zu tun, Almoſen zu geben, ſo daß ein Menſch ſamt ſeiner ganzen Arbeit gewürzt und geadelt, ſeine Werkſtatt zu einem Tempel Gottes wird. —