# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1858_S342 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 342 Aus der Generalsynode. „Schließlich bitte ich um Erlaubniß, diesen einen Gedanken unsern deutschen Brüdern in allen Theilen der Welt auszusprechen: Seid versichert, daß die lutherische Kirche in Amerika, wie sie in der Generalsynode repräsentirt ist, eine ächte Tochter unserer verehrten deutschen Mutter ist; sie könnte vielleicht sich rühmen, daß sie nie so weit vom „Glauben, der einmal den Heiligen vorgegeben ist,“ abgewichen ist wie einst die Kirche in Deutschland in den unheilvollen Tagen der Neologie und des Rationalismus, aber sie ist sich ihrer Irrwege und ihrer Schwachheit zu sehr bewußt, als daß sie sich zu rühmen sich gestatten könnte. Sie bittet darum nur ihre Schwesterkirchen, welche sich ihrer (their) Errettung von ihrem (their) Abfalle und ihres Entrinnens aus dem „Stricke des Jägers“ freuen, daß sie für sie beten und die Zuversicht hegen, daß auch sie mit Zeiten der Erquickung vom Angesichte des Herrn und mit einer reichlicheren Ausgießung des heiligen Geistes heimgesucht werden möge, damit sie in die Fülle der Wahrheit, die in Jesu ist, geleitet werde. W. M. Reynolds. Springfield, Ills., October 1858. * * * Ich erlaube mir, zu dieser Entgegnung des Hrn. Dr. Reynolds Folgendes zu bemerken. Zuerst sagt derselbe, ich hätte mich in meiner Vermuthung, daß er der Verfasser des betreffenden Artikels im Review sei, geirrt. Ich setze keinen Zweifel in seine Aussage in diesem Punkte. Aber das ist von sehr geringer Bedeutung für die vorliegende Sache. Ich habe in meinem Aufsatze im Septemberhefte dieser Zeitschrift keine Person, auch den Dr. Reynolds nicht, angegriffen, sondern die Generalsynode, deren Stellung zu dem Bekenntniß der lutherischen Kirche in dem von mir übersetzten und mitgetheilten Artikel des Review offen und ehrlich dargelegt ist. Es ist ziemlich einerlei, wer von den leitenden Männern derselben der Verfasser dieses Artikels ist, da es sich um die Sache, nicht um einzelne Personen handelt. So gar „unglücklich“ übrigens ist meine Vermuthung nicht gewesen, da Dr. Reynolds nicht blos ein Glied der Generalsynode ist, sondern auch, trotzdem er sich gegen eine Vertheidigung des fraglichen Aufsatzes verwahrt, doch meinen Angriff auf den Inhalt desselben abzuweisen sucht. Es erscheint darum die Folgerung, daß es mir, weil ich mich in meiner Vermuthung über die Person des Verfassers getäuscht habe, „auch an der gründlichen Bekanntschaft mit dem Gegenstande fehle,“ und ich zu einem „entscheidenden Urtheil“ in dieser Sache unfähig sei, als durchaus ungerecht und unehrenhaft. Ich bin mir meiner Schwachheit wohl bewußt und der Herr wolle mich in Gnaden vor jeder Art hochmüthgien Dünkels bewahren; aber der Schluß, den Dr. Reynolds macht, ist meiner Ueberzeugung nach eines Sophisten eher als eines lutherischen Theologen würdig, und läßt sich nur aus dem Bestreben erklären, das wider die Generalsynode aus Gottes Wort abgelegte Zeugniß von vorneherein und unbesehens abzuweisen und die Ohren dawider zu verstopfen. Ferner sieht der Herr Doctor den Vorhalt, den wir ihm und andern leitenden Männern der Generalsynode gethan haben, für ungerecht und lieblos