# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung kann, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, wohin die Chriſten ſein Wort getragen haben, vor dem Stuhle ſtehen und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in den Händen, und werden rufen mit großer Stimme: „Heil ſei dem, der auf dem Stuhl ſitzt, unſerm Gott und dem Lamm!“ Das wollen wir uns vergegenwärtigen als Einleitung zu unſern Verhandlungen über unſere Negermiſſion. Sie iſt des HErrn JEſu Miſſion, darum wollen wir ſie treiben. Sie hat es mit den ver⸗ irrteſten und verlorenſten unter ſeinen Schafen zu tun, darum wollen wir ſie mit um ſo tieferem Erbarmen treiben. Sie bietet ſo viel Schwierigkeiten — gegenwärtig mehr als je —, darum wollen wir, damit wir nichts verderben, nur ſeine Stimme erſchallen laſſen. Und endlich wollen wir trotz aller ſcheinbaren Fruchtloſigkeit unſerer Arbeit, trotz manchen, oft ſehr ſchmerzlichen Rückſchritts in der Negermiſſion den Erfolg dem befehlen, deſſen Miſſion ſicher erfolgreich iſt und der ſeine Miſſion zum Ziele führt. — Laſſen wir nun zuerſt in gedrängter Schilderung (etliche Aus⸗ nahmen ſeien geſtattet) unſere Miſſionsſtationen an uns vorüberziehen, lenken wir dann unſere Aufmerkſamkeit auf unſere Lehranſtalten und erwägen wir endlich im allgemeinen wichtige Angelegenheiten unſerer Negermiſſion. A. Miſſionsſtationen. I. Arkanſas. Daß es in Arkanſas auch farbige Lutheraner gibt, iſt gegenwärtig wohl wenigen in der Synodalkonferenz bekannt. Das kommt daher, daß ſeit den letzten zwölf Jahren wenig über ſie verlautet iſt. In früheren Jahren war das anders. Da ſtand gewöhnlich in den Be⸗ richten der Kommiſſion für Negermiſſion Arkanſas an erſter Stelle. Denn in Little Rock wurde von der Synodalkonferenz im Jahre 1878 der erſte anſäſſige Miſſionar ſtationiert, die erſte lutheriſche Negergemeinde gegründet, die erſte lutheriſche Negerkirche erbaut. Eine Zeitlang ſtand die Miſſion hier in ſchöner Blüte. Dann aber brach eine Zeit ſo entſchiedenen, traurigen Rückgangs herein, daß im Jahre 1895 der Miſſionar entlaſſen und etwas ſpäter die Station aufgegeben werden mußte. Seitdem haben ſich die jeweiligen Paſtoren unſerer weißen Gemeinde in Little Rock der wenigen treu gebliebenen lutheri⸗ ſchen Neger dort angenommen, ſoweit ſie konnten. So ſteht es heute noch. Iſt denn das überhaupt erwähnenswert? Man ſagt, die Neger ſind unbeſtändig und wankelmütig. Hier haben wir aber ein Häuflein farbiger Lutheraner, die ſeit fünfzehn Jahren keinen eigenen Paſtor mehr gehabt haben, von allen Seiten, von den Weißen ihrer Raſſe wegen, von den Schwarzen um ihres Bekenntniſſes willen, mit Gering⸗ ſchätzung oder Verachtung behandelt werden und die dennoch treu ge⸗ blieben ſind. Man ſagt, die Neger laſſen es ſich gefallen, wenn man ihnen Paſtoren erhält und Kirchen und Schulen baut, aber ſie ſelbſt