# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 37 Schreien, welche, wenn ſie einen Chriſten angreifet, meint ſie, ſie habe ihn gedämpft, daß ihm niemand helfen noch retten könne; wie ſie über Chriſtum ſelbſt rühmte und jauchzte, als er am Kreuze hing. Siehe, das iſt die Einigkeit der Chriſten, die Chriſtus mit dieſen Worten ange⸗ geben hat. Aber dazu kann man auf keine andere Weiſe kommen denn dadurch, daß uns Gott (wie er geſagt hat) in ſeinem Namen erhalte, das iſt, ſo wir bleiben in dem Wort, das wir von Chriſto empfangen haben. Denn das Wort hält uns zuſammen, daß wir alle unter einem Haupt bleiben und an ihm allein hangen, keine andere Heiligkeit noch etwas, das vor Gott gelten ſoll, ſuchen denn in ihm. Summa, durch das Wort werden wir Chriſto eingeleibt, daß alles, was er hat, unſer iſt, und wir uns ſeiner annehmen können als unſers eigenen Leibes, wiederum auch er alles, was uns widerfährt, ſich annehmen muß, daß uns weder Welt, Teufel noch kein Unglück ſchaden noch überwältigen kann. Denn es iſt keine Gewalt auf Erden ſo groß, die wider dieſe Einigkeit etwas vermöge. Aber damit gehet der Teufel um, daß er uns dies Band zertrenne und durch ſeine Schalkheit und Tücke vom Wort reiße. Wo das geſchieht, ſo hat er ſchon ge⸗ wonnen. Denn außer dem Wort iſt keine Einigkeit mehr, ſondern eitel Spaltung, unzählige Sekten und Rot⸗ ten, welche er durch ſeine Netze und Stricke, das iſt, Menſchenlehre, untereinanderwirft, da ein jeglicher ſonderliche Heiligkeit ſucht in eige⸗ nen Werken ꝛc. . . . Wie könnte ſich nun jemand etwas Seligeres wün⸗ ſchen, denn daß er in dieſe Gemeinſchaft oder Bruder⸗ ſchaft kommen und ein Glied werden möchte dieſes Leibes, der da heißt die Chriſtenheit? Welche iſt ein ſolcher Leib, der ſich Gott mit allen ſeinen Gütern zu eigen hat gegeben. Summa, eine gewaltige Frau und Kaiſerin im Himmel und auf Erden, der beide Teufel und Welt, Tod und Hölle muß zu Füßen fallen, wenn ſie ein Wort ſpricht. Denn wer will einem Menſchen, der ſolchen Trotz hat, abbrechen oder ſchaden? Sintemal er weiß, wenn er das kleinſte Leiden hat, ſo muß ſchreien beide Himmel und Erden, alle Engel und Heiligen. Greifet ihn eine Sünde an, die das Gewiſſen will erſchrecken, beißen, drücken und mit dem Teufel, Tod und Hölle drohet, ſo ſagt Gott mit dem ganzen Haufen: Liebe Sünde, laß mir ihn ungebiſſen, Tod, ungewürget, Hölle, ungefreſſen. Aber da gehöret Glaube zu; denn es ſcheinet vor der Welt Augen und Vernunft gar anders, ja eben das Widerſpiel.“ (St. L. VIII, 806 ff. 831.) Wir meiden nun ſorgfältig alle Störung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft, pflegen ſie vielmehr nach Kräften „Gott zu Ehren und der Welt und der Kirche zu höchſtem Nutzen“. über den herrlichen Endzweck der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft der Chri⸗ ſten und die Schädlichkeit der Störungen derſelben ſpricht ſich die Schrift an vielen Stellen aus. Chriſtus erfleht im hohenprieſterlichen Gebet für ſeine Kirche, „daß ſie in uns“ (im Vater und im Sohn) „eins ſeien,