# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung für das ſich getrennt Halten von der rechtgläubigen Kirche und für den Kampf gegen die rechtgläubige Kirche hat ſtatt bei vielen, die in irr⸗ gläubigen Gemeinſchaften aufgewachſen und ſozuſagen mit der Mutter⸗ milch falſche Deutungen gewiſſer Schriftworte eingeſogen haben. Wer aber einmal in der Erkenntnis der rechten Lehre geſtanden hat, wird bei genauer Prüfung finden, daß er aus offenbar fleiſchlichen Gründen auf falſche Lehre geraten iſt und Trennung in der chriſtlichen Kirche angerichtet hat. Sonderlich in unſerer Zeit meint man zwar, daß auch bei aufrichtig chriſtlicher Geſinnung durch ernſtliches Forſchen in der Schrift verſchiedene Lehrrichtungen in der chriſtlichen Kirche auf⸗ kommen können. Aber das iſt ein Irrtum, der darin ſeinen Grund hat, daß man die Schrift nicht für das klare Wort Gottes hält. So gewiß die Schrift klar iſt, ſo gewiß bleibt jeder bei der rechten Lehre, ſolange er in aufrichtig chriſtlicher Geſinnung die Schrift lieſt und ſich dem Schriftwort in einfältigem Glauben untergibt. Achten wir doch darauf, was die Schrift über die Motive derer ſagt, die anders lehren als Gottes Wort und dadurch Trennung in der Kirche anrichten. St. Paulus ſchreibt Röm. 16, 18 von denen, die Zertrennung und Ärgernis anrichteten neben der Lehre der Apoſtel: „Solche dienen nicht dem HErrn JEſu Chriſto, ſondern ihrem Bauche, und durch ſüße Worte und prächtige Reden verführen ſie die unſchuldigen Herzen.“ — Hören wir auch, was Luther über dieſen Punkt zu Eph. 4, 1—6 ſagt: „Denn es iſt auch das allergrößte und ſchädlichſte Ärger⸗ nis der Kirche, Zwietracht und Trennung der Lehre anrichten; welches auch der Teufel zum höchſten treibet. Und kommt gemeiniglich von etlichen hoffärtigen, eigenſinnigen und ehrſüchtigen Köpfen, die da wol⸗ len etwas Sonderliches ſein, um ihre Ehre und Ruhm ſtreiten; können es mit niemand gleich halten; meinen, es wäre ihre Schande, wenn ſie nicht ſollten gelehrter und größeres Geiſtes (den ſie doch gar nicht haben) gerühmet werden denn andere; niemand die Ehre gönnen, ob ſie gleich ſehen, daß er größere Gaben hat; item, aus Neid, Zorn, Haß oder Rachgier wider andere ſuchen, Rotterei zu machen und die Leute an ſich zu hängen.“ (Erl. 9, 290 f.) Wollen wir vor der erſchrecklichen Sünde der Störung der glau⸗ bensbrüderlichen Gemeinſchaft bewahrt bleiben, ſo gilt es, daß wir über unſer fleiſchliches, rachſüchtiges, ſtolzes, eigenſinniges Herz wachen. Niemand ſei hier ſicher. Wer da ſagt: Das kann bei mir nicht vor⸗ kommen, kennt ſein böſes Herz noch nicht recht. Die Erfahrung lehrt: Leute, die nicht bloß heuchleriſch, ſondern aufrichtig die reine Lehre bekannten und die falſche Lehre bekämpften, wurden perſönlich erbittert. Sie gaben dieſer Stimmung nach, und bald darauf wurden ſie Ver⸗ teidiger der Irrlehre und Bekämpfer der reinen Lehre. Wann liegt Störung, reſp. Aufhebung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft zwiſchen Schweſtergemeinden und Schweſterſynoden vor? Eine ganz grobe Störung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft ſchließt