# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 33 Solche Gemeinſchaft iſt etwas überaus Herrliches. Welche Freude, wenn wir bei Deutſchen, Engliſchen, Negern, Indianern, Juden ꝛc. dieſelbe Lehre und denſelben Glauben finden! Welche Freude bereitet es uns innerlich, wenn wir uns zueinander bekennen dürfen! Und wie betrüben wir den Heiligen Geiſt in unſerm Herzen, wenn wir einander verleugnen und preisgeben! Es iſt ſchon häßlich, wenn man einen perſönlichen Freund verleugnet; aber der Gipfel unwürdiger Ge⸗ ſinnung iſt es, wenn man einen Glaubensbruder verleugnet. Das bringt uns auf die Störungen der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft in der eigenen Mitte. Der Teufel ſucht fortwährend die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft zu ſtören, ſowohl in der Gemeinde als auch über die Gemeinden hinaus, zwiſchen den Schweſtergemeinden, Schweſterſynoden ꝛc. Die Störung vollzieht ſich auf mancherlei Weiſe, aber immer nur aus fleiſchlichen Gründen. Der Heilige Geiſt ſtört nicht die Gemeinſchaft, die er geſchaffen hat. Das tut der Teufel, indem er ſich hinter das Fleiſch ſteckt: das iſt ſein Bundesgenoſſe, der zwar bei den Chriſten in Ketten liegt, aber noch nicht tot iſt. Einmal vollzieht ſich die Störung ſo, daß man ſich von den öffentlichen Gottes⸗ dienſten oder von den Gemeindeverſammlungen fernhält, oder ſich auch ganz von der Gemeinde trennt, weil man gegen den Paſtor der Ge⸗ meinde oder einen Teil der Gemeinde, oder auch die ganze Gemeinde etwas hat, alſo aus perſönlicher Erbitterung. Man ſpricht das auch offen aus, und anſtatt die Sache nach Gottes Wort zum Austrag zu bringen, trennt man ſich. In vielen Fällen aber fängt der Teufel die Sache ſchlauer und gefährlicher an. Obwohl auch fleiſchliche Gründe, verletzter Stolz und perſönliche Verbitterung zugrunde liegen, ſo will man doch dieſen Grund ſich und andern nicht geſtehen, ſondern ſucht einen Grund in der Lehre. Man beſchuldigt, weil das beſſer und anſtändiger klingt, ſeine Gemeinde oder ſeine Sy⸗ node der falſchen Lehre, und um einen ſachlichen Gegenſatz zu ge⸗ winnen, ſtellt man ſelbſt eine falſche Lehre auf und ſucht Anhänger zu gewinnen. So ſind die meiſten Trennungen in der Kirche entſtanden von der apoſtoliſchen Zeit an bis auf unſere Tage. Der Teufel richtet nicht nur einen Stank in der chriſtlichen Kirche an, ſondern ſucht auch den Schein zu erwecken, daß er dies aus großer Gewiſſenhaftigkeit, aus Sorge für die Kirche und die Reinheit der Lehre getan habe; wie ſich leicht nachweiſen läßt an den Novatianern, Arianern, Neſtorianern, Papiſten, Reformierten (Zwingli konnte nicht neben Luther zur Gel⸗ tung kommen), Ohioern, Iowaern. Es gibt keinen edlen Grund für die Trennung und das ſich getrennt Halten von der rechtgläubigen Kirche. Alle Gründe liegen auf dem Gebiet des Fleiſches. Der edelſte Grund, den die Schrift angibt, iſt noch die Unwiſſenheit. Wie der Apoſtel Paulus von ſich ſagt: „Ich habe es unwiſſend getan im Unglauben“ (ἀγνοῶν ἐποίησα ἐν ἀπιστίᾳ), 1 Tim. 1, 13. Dieſer Grund