# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung legung Gottes Wort hinwegdeuten. Freilich, um bei Gottes Wort bleiben zu können, müſſen unſere Chriſten fleißig Gottes Wort lernen und fleißig mit Gottes Wort umgehen, den Katechismus fleißig in ihren Familien treiben, paſſende Bücher und Zeitſchriften leſen ꝛc. Aber Papſttum und mancherlei andere Sekten werden, wie die Schrift vorausſagt, bis an den Jüngſten Tag in der Kirche bleiben. So wird auch die traurige Tatſache bleiben, daß Chriſten in irr⸗ gläubigen Gemeinſchaften gefangen gehalten werden und wir ihrer glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft beraubt bleiben. Um ſo fleißiger ſollen die Chriſten, die in der rechtgläubigen Kirche ſind, miteinander die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft pflegen, ſowohl innerhalb der Ge⸗ meinde als auch über die einzelne Gemeinde hinaus. Innerhalb der Gemeinde ſoll die glaubensbrüderliche Gemein⸗ ſchaft gepflegt werden, indem man vor allen Dingen regelmäßig die öffentlichen Gottesdienſte beſucht. Beſuch der öffent⸗ lichen Gottesdienſte iſt Gottes Wille und Ordnung, wie wir geſehen haben. Mangelhaftes Beſuchen der öffentlichen Gottesdienſte iſt die gefährlichſte und ſchädlichſte Vernachläſſigung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft. In einer Gemeinde, in der das herrſchend iſt, was man mit einem groben Ausdruck „Kirchenbummelei“ genannt hat, ſteht es ſchlecht. Ein noch ſo reges ſogenanntes Vereinsleben kann die göttliche Ordnung des öffentlichen Gottesdienſtes nicht erſetzen. Auch die Ge⸗ meindeverſammlungen, in denen die Ortsgemeinden die ihnen aufgetragenen Geſchäfte ausrichten, ſind Gottes Ordnung und gehören zur Pflege der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft. Auch ſollen die Chriſten eines Ortes fleißig und gern untereinander chriſtlich verkehren. Bürgerlichen Verkehr haben die Chriſten auch mit Welt⸗ leuten. Das iſt keine Sünde. Aber ihre Erquickung finden die Chriſten im Verkehr mit den Glaubensbrüdern. Mit Weltleuten verkehren ſie, um ehrliche weltliche Geſchäfte zu beſorgen ꝛc. Anders verkehren ſie mit Glaubensbrüdern. Ihre Glaubensbrüder ſind die Leute, mit denen ſie Hand in Hand auf dem ſchmalen Wege durch dieſe arge Welt in das ewige Leben wandern. Der ärmſte Glaubensbruder ſteht ihnen näher als der reichſte und angeſehenſte Weltmenſch. Aber die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft greift, wie wir geſehen haben, über die Gemeinde hinaus. In der Gemeinde würde es über⸗ aus armſelig ſtehen, die kein kirchliches Intereſſe über ihre eigenen Pfähle hinaus hätte. Jede Ortsgemeinde ſoll für das Wohl und Wehe der Schweſtergemeinden ein lebendiges Intereſſe haben. Das iſt gött⸗ liche Vorſchrift, daß die, welche denſelben Glauben bekennen, ſich auch von Herzen und aufrichtig als Glaubensbrüder anerkennen, füreinander beten, ſich über die Erfolge und das Wohlergehen der Schweſtergemein⸗ den und Schweſtergemeinſchaften von Herzen freuen, das Leid gemein⸗ ſchaftlich tragen, Angriffe auf einen Teil der rechtgläubigen Kirche als gegen die ganze rechtgläubige Kirche gerichtet anſehen und abwehren ꝛc.