# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 31 Tatſache. Warum? Wir haben uns ſchon vorgeführt, daß Chriſten nicht in jenes Lager gehören, daß ſie da in einer Geſellſchaft ſind, die ſich für Chriſten nicht geziemt. Chriſten ſollen nach Gottes Willen und Ordnung ſich dahin halten, wo das Evangelium rein gelehrt und die Sakramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Ferner, irrgläubige Gemeinſchaft ziemt ſich auch deshalb nicht für jene Chriſten, weil ſie, inſofern ſie Chriſten ſind, im Glauben und in der Geſinnung mit uns einig ſind. In ihrem Herzen glauben ſie die Rechtfertigung aus Gnaden um Chriſti willen; und ſie ſind ſo geſinnt, daß ſie auch zu der rechtgläubigen Kirche ſich halten würden, wenn ſie recht unterrichtet wären. Angeſichts dieſer Tatſachen ſollte auch unſere öffentliche Po⸗ lemik (z. B. in unſern kirchlichen Zeitſchriften) ſtets ſo eingerichtet ſein, daß ſie geeignet iſt, die Kinder Gottes aus dem irrgläubigen Lager herauszuführen. Sie ſollte klar belehrend, entſchieden und geiſtlich ſein. Auch unſer Privatverkehr mit Irrgläubigen ſoll danach angetan ſein, die Irrgläubigen in die Gemeinſchaft der recht⸗ gläubigen Kirche zu führen. Nicht nur die Paſtoren, ſondern alle recht⸗ gläubigen Chriſten ſollten nicht nur den Ungläubigen, ſondern auch den Irrgläubigen gegenüber das Rechte reden können. Die apoſtoliſche Mahnung 1 Petr. 3, 15: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch iſt“ gilt nicht bloß den Paſtoren, ſondern allen Gemeindegliedern. Es wird in dieſer Beziehung von den Chriſten, die durch Gottes Gnade im rechtgläubigen Lager ſich befinden, viel verſäumt. Nur zu leicht ſind ſie, wenn ſie von dem rechten Glauben Rechenſchaft geben ſollen, mit der Rede bei der Hand: „Ich bin kein Gelehrter; geht zu unſerm Paſtor.“ Zum Bekennen und Verteidigen der chriſtlichen Lehre iſt nicht große Gelehrſamkeit erforderlich. Im Kleinen Katechismus Luthers ſteht die ganze chriſtliche Lehre ſamt deren Begründung aus Gottes Wort. Bei allem Kampf und Streit um die chriſtliche Lehre braucht man nur an Chriſti Worten zu bleiben, wie ſie lauten. Chriſti Worte ſind klar. Unſer Heiland hat uns keine Rätſel aufgegeben. Wir müſſen uns aber davor hüten, daß man uns nicht eine menſchliche Auslegung an die Stelle des Wortes Gottes ſetzt. Denn Papiſten, Reformierte und alle Irrgläubigen ſetzen beſtändig Deutungen (Gloſſen) an Stelle des Wortes Gottes. Welche Mißhandlungen hat ſich z. B. das lichthelle Wort Chriſti: „Das iſt mein Leib“ von den Reformierten gefallen laſſen müſſen, um den klaren Sinn der Worte zu beſeitigen und hinwegzudeuten! (Vgl. Luther, z. B. Erl. 32, 404—406, wo er die Deutung von ſieben „Heiligen Geiſtern“, dazu die Ausflucht eines achten „jungen Heiligen Geiſtes“ aufzählt.) Der Einwurf alſo, es handele ſich zwiſchen uns und den Anderslehrenden nicht um das Bleiben an Gottes Wort, ſondern um verſchiedene Auffaſſung und Auslegung des Wortes, hat keine Berechtigung. Man ſtelle ſich nur einfach unter und nicht über Gottes Wort, wie diejenigen tun, die durch ihre Aus⸗