# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 29 in dem Artikel vom heiligen Abendmahl nichts nachlaſſen wollte. „Hilf, Gott, wie mußten wir hören, daß wir keine chriſtliche Liebe hätten, die Diener Chriſti verachteten, die Kirchen betrübten und verwirreten ꝛc.; und waren keine Sünder auf Erden denn wir allein und keine Heiligen im Himmel denn die Schwärmer allein; bei denen war eitel Feuer der Liebe, bei uns eitel Eis der Unbarmherzigkeit.“ (Erl. 32, 402 f.) Er antwortete darauf (Auslegung des Galaterbriefes zu Kap. 4, 17) mit dem kräftigen Ausdruck: „Verflucht ſei die Liebe und Einigkeit, welche zu erhalten man Gottes Wort in Mißverſtand kommen laſſen ſoll!“ (Maledicta sit caritas et concordia, propter quam conservandam periclitatur verbum Dei.) Aus den Verhandlungen. In den Beſprechungen wurde hervorgehoben, daß in unſerer Zeit unter den Gemeinſchaften, die die Chriſten meiden müſſen, auch die Logen zu nennen ſind. — Bei der Polemik ſollen wir bedenken, daß auch wir den alten Adam noch an uns haben; daher ſollen wir nicht in hochfahrender Weiſe über den Gegner herfallen, vielmehr, wie mit Ernſt und Entſchiedenheit, ſo auch in Demut und Freundlichkeit unter herzlichem Gebet zu Gott ihm begegnen. Wir ſollen auch nicht durch bloßes Disputieren den Gegner zu überwinden ſuchen, ſondern vor allen Dingen durch klare Bezeugung der Wahrheit. Wir ſollen uns auch bemühen, ſein Vertrauen zu ge⸗ winnen, indem wir auf das Wahre hinweiſen, das ſich noch bei ihm findet, um ihn von da aus weiter zu führen und zur überzeugung zu bringen. Das Führen von Menſchenlehre neben dem Worte Gottes iſt eine Abnormität; es iſt gegen die Natur des Evangeliums. Das Evan⸗ gelium iſt die frohe Botſchaft, worin der barmherzige Gott dem zur ewigen Verdammnis verurteilten Sünder den Weg des Lebens zeigt. Da liegt es in der Natur der Sache, daß der ſich ſeiner Rettungsloſig⸗ keit Bewußte nicht anfängt zu ſpintiſieren, ob der im Evangelium ge⸗ wieſene Weg auch der richtige ſei, ſondern er greift einfach zu ohne alles Grübeln. (Ein Ertrinkender greift auch nach einem Strohhalm.) — Wir haben heute beſondere Urſache, in bezug auf die Reinheit der Lehre wachſam zu ſein. Die Geſchichte zeigt, wie Luther hervorhebt, daß die Predigt des Evangeliums ſelten länger als eines Menſchen Ge⸗ denken an einem Orte rein geblieben iſt. Wir haben nun 60 Jahre die reine Predigt gehabt. — Es ſind drei Dinge, die beſonders zu fal⸗ ſcher Lehre führen: die Selbſtgerechtigkeit, menſchliche Klugheit und das Nachdrucklegen auf kirchenregimentliche Dinge. Letzteres iſt es, woher uns beſonders Gefahr droht. Darum ſollten wir uns alle ja recht um die Lehre bekümmern, daß wir in der Lehre recht ge⸗ gründet werden. Dann können wir auch über die Reinheit der Lehre wachen.