# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung Götze Dagon kann nicht neben der Lade Gottes ſtehen, ſondern muß vor ihr umfallen, 1 Sam. 5. Das Chriſtentum iſt ſeinem Weſen nach ſehr inkluſiv: Chriſtus iſt der Heiland aller Menſchen, er hat alle mit ſeinem Blut erkauft; aber eben darum iſt das Chriſtentum auch ſtreng exkluſiv. Chriſtus leidet keinen Heiland neben ſich, ſondern ſpricht Joh. 8, 24: „So ihr nicht glaubet, daß ich es ſei, ſo werdet ihr ſterben in euren Sünden.“ So erkennt Chriſtus auch kein Men⸗ ſchenwort neben ſeinem Wort in der chriſtlichen Kirche als gleichberechtigt an, ſondern ſpricht Joh. 8, 31. 32: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit er⸗ kennen; und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Seiner Kirche gab er den Befehl: „Lehret ſie halten alles, was ich euch befohlen habe“, Matth. 28, 20. Den Begriff Parität kennt Chriſtus nicht. Wer dem Irrglauben Parität zugeſteht, kann ſelbſt nicht mit Ernſt Chriſti Wort glauben. Schmalkaldiſche Artikel: „Weil nun dem alſo iſt, ſollen alle Chriſten auf das fleißigſte ſich hüten, daß ſie ſolcher gottloſen Lehre, Gottesläſterung und unbilliger Wüterei ſich nicht teilhaftig machen, ſondern ſollen vom Papſt und ſeinen Gliedern oder Anhang als von des Antichriſts Reich weichen und es verfluchen, wie Chriſtus be⸗ fohlen hat: Hütet euch vor den falſchen Propheten! Und Paulus ge⸗ beut, daß man falſche Prediger meiden und als einen Greuel verfluchen ſoll. Und 2 Kor. 6 ſpricht er: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen; denn was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Fin⸗ ſternis? ꝛc. Schwer iſt es, daß man von ſo viel Landen und Leuten ſich trennen und eine ſondere Lehre führen will. Aber hie ſtehet Gottes Befehl, daß jedermann ſich ſoll hüten und nicht mit denen einhellig ſein, ſo unrechte Lehre füh⸗ ren, oder mit Wüterei zu erhalten gedenken.“ (Müller, 336, § 41 f.) So iſt nach unſerm Bekenntnis die glaubensbrüderliche Gemein⸗ ſchaft auf diejenigen beſchränkt, die die reine Lehre des göttlichen Wortes bekennen und die Irrlehrer meiden. Apologie: „Den VIII. Artikel laſſen ihnen die Widerſacher ganz gefallen, da wir ſagen, daß auch Heuchler und Gottloſe in der Kirche funden werden, und daß die Sakramente nicht darum ohne Kraft ſeien, ob ſie durch Heuchler gereicht werden; denn ſie reichen's an Chriſtus' Statt und nicht für ihre Perſon, wie der Spruch lautet: Wer euch höret, der höret mich. Doch ſoll man falſche Lehrer nicht annehmen oder hören, denn dieſelbigen ſind nicht mehr an Chriſtus' Statt, ſondern ſind Widerchriſti. Und Chriſtus hat von denen klar befohlen: Hütet euch vor den falſchen Propheten; und Pau⸗ lus zu den Galatern: Wer euch ein ander Evangelium predigt, der ſei verflucht!“ (Müller, 162, § 47. 48.) Gegen Luther wurde unter andern von den Sakramentierern der Vorwurf erhoben, daß er „allzu ſteif und hartnäckig“ ſei und „alle Liebe und Einigkeit in der chriſtlichen Kirche zertrenne“ damit, daß er