# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung die ihr eigen Wort führen und ſprechen: Der HErr hat's geſagt.“ Und ſeinem Volke ruft er nicht nur zu Jer. 23, 16: „Gehorchet nicht den Worten der Propheten, ſo euch weisſagen. Sie betrügen euch, denn ſie predigen euch ihres Herzens Geſicht“, ſondern er befiehlt auch ſeinem Volke, ohne Schonung die Propheten mit dem Tode zu beſtrafen, die etwas anderes als Gottes Wort lehren und dadurch von Gottes Wort abwendig machen, 5 Moſ. 13, 1—5. — Im Neuen Teſtament geht Gott nicht alſo mit leiblichen Strafen um. Aber auch im Neuen Teſtament ſind Lehrer, die etwas anderes als Gottes Wort in der Kirche lehren, verbotene Exiſtenzen, mit denen die Chriſten nichts zu ſchaffen haben, ſondern ſie wie eine Peſt meiden ſollen. Der Apoſtel Paulus tritt den Irrlehrern entgegen, wo ſie ſich nur regen. Zu Epheſus waren offenbar einige Lehrer, denen der Apoſtel in bezug auf die Reinheit der Lehre nicht recht traute. Er ſchreibt daher an Timotheus (1 Tim. 1, 4), etlichen zu gebieten, „daß ſie nicht anders lehren“ (μὴ ἑτεροδιδασκαλεῖν). Ja, im Anfange des Galaterbriefes ſpricht er über die Lehrer, die ein anderes Evangelium lehrten, zweimal den Fluch aus, Gal. 1, 6—10. — Wie die ganze Schrift eine Offenbarung der Lehre Chriſti iſt, ſo iſt die ganze Schrift auch zugleich eine Polemik gegen die Irr⸗ lehrer, das heißt, gegen die, die etwas anderes als Gottes Wort lehren. Etwas anderes als Gottes Wort in der Kirche lehren, achten viele, ſonderlich in unſerer indifferentiſtiſchen Zeit, für etwas Geringes, ja für etwas Natürliches. Nach der Heiligen Schrift aber iſt das, wie geſagt, eine Abnormität, eine Ungeheuerlichkeit. Der Heilige Geiſt wird ſozuſagen nicht müde, es als Abnormität und Ungeheuerlichkeit zu bezeichnen. Hiernach ſollte man, wie bereits erinnert, meinen, daß kein Chriſt ſich zu Irrlehrern halten, ſondern ſie ſorgſam meiden werde. Aber was geſchieht? Wie jene zweihundert Mann von Jeruſalem mit Ab⸗ ſalom nach Hebron gingen und die Revolution mitmachten in ihrer Einfalt und nicht um die böſe Sache wußten, ſo gehen auch Chriſten aus Schwachheit in der Erkenntnis in die revolutionären Lager, indem ſie Irrlehrern folgen, anſtatt die Irrlehrer zu fliehen. Wie bringt der Teufel das fertig? Auf verſchiedene Weiſe. Die reine Lehre verläſtert er und die falſche Lehre ſchmückt er mit Gottes Wort. Durch Lüge und Verleumdung ſucht er ein Vorurteil gegen die rechtgläubige Kirche zu erwecken. So verläſtern z. B. die Römiſchen die rechtgläubige Kirche: durch unſere Rechtfertigungslehre, daß Gott ohne des Geſetzes Werke allein durch den Glauben rechtfertige, beförderten wir den Sündendienſt; die Calviniſten: unſere Lehre von der allge⸗ meinen Gnade mache Gott zu einem ohnmächtigen Götzen, weil tat⸗ ſächlich doch nicht alle Menſchen ſelig würden; die Synergiſten (Iowaer und Ohioer): nach unſerer Lehre von einer Bekehrung allein aus Gottes Gnadenwirkung wolle Gott nicht alle Menſchen bekehren und ſelig machen u. dgl. m. Dadurch erwecken die Irrlehrer ein Vorurteil gegen die rechtgläubige Kirche. In vielen Fällen werden Chriſten auch