# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 25 und wer ſich zu einem Anderslehrenden hält, ſondert ſich dadurch von der von Gott geordneten glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft ab. Auch Chriſten machen ſich aus Schwachheit in der Erkenntnis dieſer Sünde teilhaftig. 2 Sam. 15 wird berichtet, wie Abſalom ein ſehr böſes Ding gegen ſeinen Vater David vornahm. Unter dem Vorwand, er wolle zu Hebron einen Gottesdienſt tun, zog er von Jeruſalem nach Hebron, um von dort aus eine Gegenregierung aufzurichten. Was Abſalom vor⸗ nahm und ins Werk ſetzte, war Revolution, eine offenbar gottloſe Tat. Und doch, was leſen wir 2 Sam. 15, 11? „Es gingen aber mit Abſa⸗ lom zweihundert Mann, von Jeruſalem berufen; aber ſie gingen in ihrer Einfalt und wußten nichts um die Sache.“ Sie er⸗ kannten nicht das Sündliche der Tat Abſaloms. Sie machten Revolu⸗ tion mit, ohne die Gottloſigkeit ihrer Tat zu erkennen. So geht es auch in der chriſtlichen Kirche. Es ſtehen Männer auf, die böſe Dinge gegen Chriſtum und ſeine Kirche vornehmen. Sie lehren anders, als Chriſtus zu lehren befohlen hat. Sie lehren ſtatt Chriſti Wort eigenes Wort. Das heißt aber Revolution in der chriſtlichen Kirche anrichten. Chriſtus will nur ſein Wort in der Kirche gepredigt haben. Dadurch regiert er ſeine Kirche und bleibt er der einige HErr in ſeiner Kirche. Wer eigenes Wort in der Kirche lehrt, will Chriſtum vom Herrſcherthron ſtoßen. Man ſollte nun meinen, daß alle Chriſten ſich entſetzt von den Leuten, die neben Chriſti Wort eigene Lehre führen, abwenden würden. Die ganze Heilige Schrift iſt an ſich ſchon eine Warnung vor der Irrlehre; und der Heilige Geiſt wird auch nicht müde, es als etwas Ungeheuerliches, als eine Abnormität hinzuſtellen, Men⸗ ſchenwort neben Gottes Wort zu treiben. Dahin gehen ja auch die Mah⸗ nungen Chriſti und ſeiner Apoſtel. Chriſtus ſelbſt mahnt Matth. 7, 15: „Sehet euch vor vor den falſchen Propheten“, und Matth. 24, 24: „Es werden falſche Chriſti und falſche Propheten aufſtehen und große Zeichen und Wunder tun. . . . Siehe, ich hab's euch zuvorgeſagt. Darum wenn ſie zu euch ſagen werden: Siehe, er iſt in der Wüſte, ſo gehet nicht hin⸗ aus; ſiehe, er iſt in der Kammer, ſo glaubet nicht.“ Und wie oft und klar mahnen und warnen die Apoſtel Chriſti! Paulus ſpricht zu den Älteſten von Epheſus Apoſt. 20, 30: „Aus euch ſelbſt werden aufſtehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an ſich zu ziehen.“ Derſelbe Apoſtel mahnt im Brief an die Römer alle Chriſten, daß ſie aufſehen ſollen auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ſie von den Apoſteln gelernt haben, und heißt ſie von den Anderslehrenden weichen. Bei Jeremias heißt es Kap. 23, 28: „Wie reimen ſich Stroh und Weizen“ — das heißt, Menſchenwort und Gottes Wort — „zuſammen? ſpricht der HErr.“ So ein Gemengſel von Stroh und Weizen ſoll in der Kirche Gottes nicht verkündigt werden. Gott droht daher den Propheten, die ihr eigenes Wort in Gottes Wort hineinmengen, Jer. 23, 31 alſo: „Siehe, ich will an die Propheten, ſpricht der HErr,