# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung Denn wo es ohne das wäre und wir ſollten zerſtreut ſein ohne äußer⸗ liche Sammlung und Zeichen, ſo könnte die Chriſtenheit nicht aus⸗ gebreitet noch bis ans Ende erhalten werden. Nun aber will er uns durch ſolche göttliche Sammlung alſo zuſammenbinden, daß das Evan⸗ gelium immer weiter und weiter gehe und durch unſer Bekenntnis auch andere herzugebracht werden. . . . Und iſt ſehr fein von Chriſto geord⸗ net, daß er in ſeinem Reich, ſo in alle Welt und unter alle Kreaturen gehen ſoll, nicht viel und mancherlei Weiſe, wie zuvor bei den Juden geweſen, und wie ſo mancherlei Unterſchied der Land und Leute, Völker und Sprachen ſein müſſen, ſondern ohne alle Zeremonien und äußeren Ordnungen das einfältigſte und allergemeinſte Zeichen dazu nimmt, welches allenthalben einerlei und gleich iſt“ (nämlich die Taufe); „wie auch die Predigt einerlei iſt, hier und an allen Orten, und alles, was in der Welt iſt, groß und klein.“ (St. L. XI, 982 ff.) — Zu Joh. 17, 21 („Daß ſie alle eins ſeien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch ſie in uns eins ſeien, auf daß die Welt glaube, du habeſt mich geſandt“) ſagt Luther: „Das iſt die Frucht, ſo durch und aus ſolcher Einigkeit ſoll folgen, nämlich, daß Chriſti Wort wei⸗ ter ausgebreitet und in der Welt angenommen werde als Gottes Wort, darin eine allmächtige, göttliche, unüberwindliche Kraft und Seligkeit ſteht.“ Aus den Verhandlungen. In den Beſprechungen wurde noch hervorgehoben, daß die Orga⸗ niſation innerhalb der chriſtlichen Gemeinde alles deckt. Man ſage den Gemeinden das Wort, und ſie werden dadurch willig, alles zu geben, was der HErr bedarf. Ferner wurde darauf hingewieſen, daß der Zweck der äußeren Ge⸗ meinſchaft auch ſei: die Ehre Gottes, wie dies eben der Endzweck aller göttlichen Einrichtungen ſei. Wie der Heiland perſönlich nur die Ehre Gottes im Auge hat, ſo will er auch in und durch die Gemeinde Gott preiſen. Iſt doch Verkündigung des Evangeliums eben Verkündigung der Ehre Gottes. Theſis III. Weil viele Chriſten aus Schwachheit in der Erkenntnis Chriſti Befehl, ſich nur zu ſeinem Wort zu halten, nicht gehorſam werden, ſondern wider Chriſti Verbot mit Irrlehrern Gemeinſchaft machen, ſo ſondern ſie ſich dadurch von der von Gott geordneten glaubens⸗ brüderlichen Gemeinſchaft ab, und es kommt dieſe nur unter den Chriſten zur Betätigung, die ſich nach Chriſti Ordnung in der Kirche halten, das heißt, die reine Lehre des göttlichen Wortes bekennen und die Irrlehrer meiden. Wer anders lehrt in der Kirche, als der Kirche zu lehren aufgetra⸗ gen iſt, als in der Kirche göttliche Ordnung, göttliches Recht iſt, der zerſchneidet dadurch das Band der brüderlichen, kirchlichen Gemeinſchaft;