# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 21 andern Jüngern zu folgen, nicht gewehrt haben will, beſtätigt nicht die Anerkennung von irrgläubigen Kirchen. Denn dieſer Mann handelte eben im Namen JEſu. — Rufen gewiſſe äußere Unterſchiede in Stand, Veranlagung, Bil⸗ dung ꝛc. manchmal einen gewiſſen Widerwillen gegen äußere Verbindung mit ſolchen Menſchen hervor, ſo hilft doch darüber hinweg das Bewußt⸗ ſein von dem herrlichen Gut der inneren Gemeinſchaft, daß auch der mir unſympathiſchſte Menſch, ſofern er ein Chriſt iſt, doch ein Glied an dem Leibe Chriſti iſt. — Das Bekenntnis zu denen, die die rechte Lehre bekennen, iſt nicht eine Forderung über das Evangelium hinaus, ſondern liegt in der Natur der Sache, iſt eine Frucht des Evangeliums. Durch das Evangelium wirkt Gott neues Leben, ein Leben, das ſich eben ſo äußert, daß wir reden und bekennen, und zwar reden, was Gott nach ſeinem Wort von uns geredet haben will. Da kann nicht zweierlei Rede richtig ſein. Und ſich zu Andersredenden halten, oder ſich von Gleichredenden zurückziehen, heißt darum die Wahrheit verleugnen. Es iſt dem Glauben einfach un⸗ möglich, den andern, der denſelben Glauben hat, totzuſchweigen. Der Referent. Zweck der äußeren, von Gott geordneten Ge⸗ meinſchaft. — Was ſollen die tun, die in ihrem Herzen an Chriſtum gläubig geworden ſind? Soll jeder das Geheimnis des Glaubens in ſich verſchließen und für ſich allein durch die Welt wandern, bis Gott ihn aus der Welt in den Himmel nimmt? Chriſtus gibt die Inſtruktion: „Was ich euch ſage in der Finſternis, das redet im Licht, und was ihr höret in das Ohr, das predigt auf den Dächern“, Matth. 10, 27. Die Chri⸗ ſten ſollen ihren Glauben bekennen. Damit nicht unordentliches Weſen entſtehe, hat Chriſtus auch die Art und Weiſe geordnet. Die Chriſten eines Ortes ſollen eine Ortsgemeinde bilden und ſich um das von Chriſto geordnete Predigtamt ſcharen. Wozu? Der Prophet Jeſaias redet Kap. 40, 9 die Kirche des Neuen Teſtaments ſo an: „Zion, du Predigerin, ſteige auf einen hohen Berg. Jeruſalem, du Predigerin, hebe deine Stimme auf mit Macht, hebe auf und fürchte dich nicht; ſage den Städten Judas: Siehe, da iſt euer Gott!“ Hier iſt die Kirche nach ihrer äußeren Gemeinſchaft, nach ihrem Auftreten in der Welt beſchrie⸗ ben. Sie ſoll vor allen Dingen dadurch in der Welt in äußere Erſchei⸗ nung treten, daß ſie das Evangelium von Chriſto verkündigt. Und zwar als Gemeinſchaft, mit vereinten Kräften und mit großem Mut, was durch das Steigen auf einen hohen Berg und durch das Aufheben der Stimme mit Macht ausgedrückt iſt. Jeder Chriſt ſoll freilich auch in ſeinem Kreiſe und in ſeiner Umgebung das Evangelium verkündigen. Aber von allem Anfange an finden wir auch, daß die Predigt des Evan⸗ geliums in der Welt Gemeinſchafts⸗ oder Gemeindeſache iſt. So erhält Apoſt. 13 die Gemeinde zu Antiochia Befehl vom Heiligen Geiſt, Barnabas und Saulus als Miſſionare auszuſenden. Durch die Predigt