# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 19 welche iſt die Verſammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangelii gereicht werden.“ (Müller, 40.) Dazu bemerkt Carpzov richtig, daß hier die Kirche definiert werde, wie ſie in Wirklichkeit und in ihrem natürlichen Zuſtande ſein müſſe. („Definitur hoc in loco ecclesia, non prout saepe esse solet, sed prout in re et naturali suo statu esse debet, quando sc. non premitur a persecutoribus nec turbatur ab haereticis.“ Isag., p. 306.) Es iſt unnatürlich, daß Chriſten, anſtatt Chriſto allein, auch Irrlehrern folgen. Sowohl der Chriſten innere Art, weil ſie wiedergeboren ſind, als auch Chriſti Befehl dringt auf reine Lehre citra errores admixtos. Luther: „Die Kirche Gottes auf Erden, wenn man von der äußerlichen Gemeinſchaft redet, iſt eine Sammlung derer, ſo die rechte Lehre des Evangelii von Chriſto hören, glauben und bekennen, und haben bei ihnen den Heiligen Geiſt, der ſie heiliget und in ihnen wirket durchs Wort und Sakrament, unter welchen gleichwohl etliche ſind falſche Chriſten und Heuchler, die doch dieſelbe Lehre einhelliglich halten und Gemeinſchaft der Sakramente und andere der Kirche äußerliche Ämter haben.“ (Erl. 14, 211.) Konkordienformel: „Unter die rechten freien adiaphora oder Mitteldinge nicht ſollen gerechnet werden ſolche Zere⸗ monien, die den Schein haben, oder dadurch Verfolgung zu vermeiden, den Schein fürgeben wollten, als wäre unſere Religion mit der papiſtiſchen nicht weit voneinander, oder wäre uns dieſelbe ja nicht hoch entgegen, oder wann ſolche Zeremonien dahin gemeinet, alſo erfordert oder aufgenommen (werden), als ob damit und dadurch beide widerwärtigen Religionen ver⸗ glichen und Ein Corpus worden, oder wiederum ein Zutritt zu dem Papſttum und ein Abweichen von der reinen Lehre des Evan⸗ gelii und wahrer Religion geſchehen oder gemächlich daraus er⸗ folgen ſollte. Denn in dieſem Fall ſoll und muß gelten, das Paulus ſchreibet 2 Kor. 6: Ziehet nicht am fremden Joch.“ (Müller, 698, § 5.) — Es iſt alſo auch ſchon der Schein der kirchlichen Gemeinſchaft mit Irrgläubigen zu meiden. Luther: „Der erſte Artikel, darinnen denen, die die zu Augs⸗ burg überreichte Bekenntnis und Apologie (oder deren Verteidigung) unterſchrieben haben, Friede zugeſagt und Freiheit von aller Gefahr ver⸗ ſprochen wird, wenn ſie nur hinfort nichts Neuerliches anfingen, und die, welche, durch göttliche Gnade erleuchtet, die wahre Lehre des Evange⸗ liums annehmen wollten, nicht aufgenommen und gehegt würden, iſt keineswegs zu billigen. Denn es geht den Glauben und das Bekenntnis an. Und wenn man einwenden wollte, der Kaiſer han⸗ dele jetzt mit dem Kurfürſten von Sachſen und deſſen Religionsverwand⸗ ten, nicht aber mit denen, die künftig dazu treten möchten, und der Kur⸗ fürſt von Sachſen habe nicht für andere zu ſorgen und er oder ſeine