# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung zige von Gott geſtiftete Verein in der chriſtlichen Kirche. Alle andern Vereine und Verbindungen ſind nur menſchliche Ordnung. Wir laſſen uns die Synodalverbindung nicht zu einer göttlichen Ordnung machen. Aber eins iſt noch göttliche Ordnung über die Verbindung in der Lokal⸗ gemeinde hinaus: dies, daß wir die Chriſten, die an andern Orten den rechten Glauben bekennen, als Glaubensbrüder anerkennen und be⸗ handeln. Der Apoſtel Paulus ſchreibt an Timotheus (2 Tim. 1, 8): „Schäme dich nicht des Zeugniſſes unſers HErrn, noch meiner, der ich ſein Gebundener bin.“ Hiernach ſoll Timotheus auch den von ihm örtlich getrennten und in Rom gefangenen Paulus als Glaubensbruder anerkennen und behandeln, weil Paulus ein rechter Prediger des Evangeliums war. Chriſtus wird hier auf Erden in den Bekennern ſeines Wortes bekannt und verleugnet. Hätte jemand zu Timotheus etwa ſo geredet: „Du darfſt zwar das Evangelium von Chriſto predigen, aber mit Paulus darfſt du nichts zu tun haben; den darfſt du nicht als Glaubensbruder anerkennen; von dem mußt du dich losſagen“ ꝛc. — hätte jemand ſo oder ähnlich zu Timotheus geredet, und Timotheus hätte der Rede Folge gegeben, ſo hätte Timotheus in Paulus Chriſtum ſelbſt verleugnet. Vergleiche Luther über das Bekenntnis zu ſeinem (Luthers) Namen: „Ich ſehe, daß eine gute Vermahnung not iſt, zu tun an die, ſo jetzt der Satanas anfähet zu verfolgen, unter welchen etliche ſind, die meinen, ſie wollen der Fährlichkeit damit entlaufen, wenn man ſie an⸗ greift, daß ſie ſagen: Ich halt's nicht mit dem Luther, noch mit jemand, ſondern mit dem heiligen Evangelio und mit der heiligen Kirche, ſo läſſet man ſie mit Frieden, und behalten doch im Herzen meine Lehre für evangeliſch und bleiben dabei. Wahrlich, ſolch Bekenntnis hilft ſie nicht, und iſt ebenſoviel, als Chriſtum verleugnet. Darum bitte ich, dieſelben wollten ſich ja wohl vorſehen. — Wahr iſt's, daß du ja bei Leib und Seel' nicht ſollſt ſagen: Ich bin lutheriſch oder päpſtiſch, denn der⸗ ſelben iſt keiner für dich geſtorben noch dein Meiſter; ſondern allein Chriſtus; und ſollſt dich einen Chriſten bekennen. Aber wenn du es dafür hältſt, daß des Luthers Lehre evangeliſch und des Papſts unevangeliſch ſei, ſo mußt du den Luther nicht ſo gar hinwerfen; du wirfeſt ſonſt ſeine Lehre auch mit hin, die du doch für Chriſtus' Lehre erkenneſt. Sondern alſo mußt du ſagen: Der Luther ſei ein Bube oder heilig, da liegt mir nichts an; ſeine Lehre aber iſt nicht ſein, ſondern Chriſti ſelbſt.“ So ſollen nun auch wir innerhalb der Synodalkonferenz Fleiß an⸗ wenden, uns zueinander als Glaubensbrüdern zu bekennen. Wenn darum z. B. eine rechtgläubige Synode angegriffen wird, ſo muß eine andere rechtgläubige Synode das als einen Angriff auf ſich ſelbſt empfin⸗ den und demgemäß reden und handeln. Augsburgiſche Konfeſſion (Art. VII): „Es wird auch gelehret, daß allezeit müſſe eine heilige chriſtliche Kirche ſein und bleiben,