# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 17 muß ſo ſein; das iſt Gottes Wille und Ordnung. Die chriſtliche Ortsgemeinde iſt die von Gott geſtiftete chriſtliche Gemeinſchaft, in der ſich jeder Chriſt des Ortes finden laſſen ſoll. Deshalb finden wir auch in der Schrift die Mahnung (Hebr. 10, 25): „Laſſet uns nicht ver⸗ laſſen unſere Verſammlung, wie etliche pflegen.“ Und die Ortsgemeinden, zu denen ſich die Chriſten zuſammen⸗ ſchließen, müſſen eine beſtimmte Beſchaffenheit haben, was das Be⸗ kenntnis anlangt. Es müſſen orthodoxe, das heißt, recht⸗ gläubige, Gemeinden ſein, oder wie unſer Bekenntnis es ausdrückt, Gemeinden, „in denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakra⸗ mente laut des Evangeliums gereicht werden“. Die chriſtliche Kirche hat ja kein eigenes Wort zu lehren und zu bekennen. Gottes Wort, wie es ihr in der Heiligen Schrift vertraut iſt, iſt ihre Lehre und ihr Bekenntnis, und da darf ſie nichts dazutun noch davontun. Chri⸗ ſtus ſpricht zu denen, die an ihn glauben: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger“, Joh. 8, 31. Pre⸗ diger und Zuhörer haben in bezug auf dieſen Punkt klaren Befehl. Die Prediger unter den Chriſten ſollen nur Gottes Wort predigen; 1 Petr. 4, 11: „So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort.“ Und die Zuhörer ſollen ſich nur zu ſolchen Predigern halten, die Gottes Wort rein vortragen. Die anders lehren, ſollen ſie iſolieren und von ihnen weichen; Röm. 16, 17: „Ich ermahne aber euch, lieben Brüder, daß ihr aufſehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis an⸗ richten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſel⸗ bigen“ (ἐκκλίνετε ἀπ’ αὐτῶν). Irrgläubige Gemeinſchaften, das heißt, Gemeinſchaften, in denen Menſchenwort mit Gottes Wort gemiſcht wird, ſind von Gott verbotene Gemeinſchaften und beſtehen nur unter Gottes Zulaſſung, nicht nach Gottes Willen und Ordnung. Recht⸗ gläubigkeit, das heißt, das Bleiben an Chriſti Wort, ohne zu Chriſti Wort hinzuzutun oder davonzutun, iſt die von Gott gewollte und ge⸗ ordnete äußere Geſtalt der äußeren Gemeinſchaft der Kirche. Nur in dieſer äußeren Gemeinſchaft ſich finden zu laſſen, iſt Chriſti Wille und Befehl an alle ſeine Chriſten. Daß Chriſten ſich auch zu Römiſchen, zu reformierten Sekten, zu Ohioern und Iowaern halten, geſchieht gegen Chriſti Willen und Ordnung, ſo gewiß dieſe Gottes Wort nicht rein und lauter lehren. Chriſti Willen und Ordnung entſpricht nur die Glied⸗ ſchaft in rechtgläubigen Ortsgemeinden. Dieſe Gliedſchaft ſollen alle Chriſten ſuchen, beziehungsweiſe feſthalten. Das heißt die von Gott ge⸗ botene äußere glaubensbrüderliche Gemeinſchaft pflegen. Aber Chriſten haben in bezug auf die Pflege der glaubensbrüder⸗ lichen Gemeinſchaft Pflichten über die Ortsgemeinde hinaus. Es iſt, wie ſchon erwähnt wurde, nicht göttliche Ordnung, daß Orts⸗ gemeinden ſich mit andern Ortsgemeinden zu größeren kirchlichen Kör⸗ perſchaften, wie unſere Synoden ſind, verbinden. Dieſe Verbindungen ſind ein Ding der chriſtlichen Freiheit. Die Ortsgemeinde iſt der ein⸗