# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 15 oder gar kein Chriſtus und Chriſtenheit iſt; denn er ſoll ein Widerchriſt ſein, darum muß er unter den Chriſten ſein. Und weil er daſelbſt ſitzen und regieren ſoll, ſo muß er Chriſten unter ſich haben. Es heißt ja Gottes Tempel, nicht Steinhaufe, ſondern die heilige Chriſtenheit, 1 Kor. 3, 17, darinnen er regieren ſoll. . . . Wir ſchwär⸗ men nicht alſo wie die Rottengeiſter, daß wir alles verwerfen, was der Papſt unter ſich hat; denn ſo würden wir auch die Chriſtenheit, den Tempel Gottes, verwerfen, mit allem, das ſie von Chriſto hat; ſondern das fechten wir an und verwerfen, daß der Papſt nicht bleiben laſſen will bei ſolchen Gütern der Chriſtenheit, die er von den Apoſteln geerbt hat, ſondern tut ſeinen Teufelszuſatz dabei und drüber und braucht ſolcher Güter nicht zur Beſſerung des Tempels Gottes, ſondern zur Ver⸗ ſtörung, daß man ſeine Gebote und Ordnung höher hält denn Chriſti Ordnung; wiewohl in ſolcher Verſtörung Chriſtus den⸗ noch ſeine Chriſtenheit erhält.“ Gerhard: „Indeſſen bleiben“ (unter der Herrſchaft eines ver⸗ derbten Predigtamtes) „doch immer einige übrig, welche den Grund des Glaubens behalten; und Gott zeugt auch durch ein ver⸗ derbtes Predigtamt Söhne und Töchter, die zur unſichtbaren, allge⸗ meinen (catholica) Kirche gehören. Wir unterſcheiden alſo zwiſchen dem inneren Glanz der Kirche, welcher in Glaube, Hoffnung, Liebe und den innerlichen Gaben des Heiligen Geiſtes beſteht, und dem äußeren, welcher . . . in der Lauterkeit und Reinheit der öffentlich erſchallenden Lehre, in dem unverderbten Predigtamte beſteht.“ (Locus de ecclesia, § 86.) — über die Notwendigkeit der Sakramente fügte der Referent noch hinzu, daß es verkehrt ſei zu lehren, die Wiedergeburt werde nur durch die Taufe gewirkt; ſie iſt auch Wirkung des Wortes des Evangeliums, wie aus 1 Petr. 1, 23 erhellt. Wo man aber den Glauben hat, da iſt man wiedergeboren und ein Glied der Kirche auch ohne die Taufe. — Die Sakramente gehören in dem Sinne zu den Fundamentalartikeln, daß Gott auch Taufe und Abendmahl uns zum Fundament oder zu Stützen unſers Glaubens gegeben hat. Aber nicht nur die Sakra⸗ mente, ſondern auch und zunächſt das Wort des Evangeliums. Viele in den Sektenkirchen wiſſen mit Taufe und Abendmahl nichts anzu⸗ fangen; da ſie ſich aber an das Wort des Evangeliums halten, ſind ſie Glieder der Kirche. — Wozu dann außer dem Evangelium noch Taufe und Abendmahl? Weil Gott ſo überaus gnädig iſt und uns auf mehr⸗ fache Weiſe die Vergebung der Sünden darreicht. (Vgl. Schmalk. Art., S. 319.) Theſis II. Es iſt Gottes Wille und Ordnung, daß die, welche in ihrem Herzen an Chriſtum glauben, auch in äußere, ſichtbare Ge⸗ meinſchaft miteinander treten, indem ſie vor allen Dingen zu Ortsgemeinden ſich verbinden, in welchen das Evangelium rein ge⸗