# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung meinſchaft, die alle an Chriſtum Glaubenden miteinander verbindet. Wir müſſen feſthalten: Wer in ſeinem Herzen durch Wirkung des Hei⸗ ligen Geiſtes an Chriſtum als ſeinen Heiland glaubt, der iſt ein Glied der chriſtlichen Kirche, wenn er ſich auch äußerlich in einer irrgläubigen Gemeinſchaft befindet. Wer in ſeinem Herzen nicht an Chriſtum als ſeinen Heiland glaubt, der iſt kein Glied der chriſtlichen Kirche und wird nicht ſelig, wenn er auch der äußeren Gemeinſchaft nach in der rechtgläubigen Kirche iſt. Es gibt ſchlechterdings kein anderes Ein⸗ treten in die chriſtliche Kirche und kein anderes Bleiben in der chriſtlichen Kirche als durch den Glauben an Chriſtum, den einigen Mitt⸗ ler zwiſchen Gott und den Menſchen. Es heißt Joh. 1, 12. 13: „Wie viele ihn (Chriſtum) aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an ſeinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleiſches, noch von dem Willen eines Mannes, ſondern von Gott geboren ſind.“ Und den gläubig gewordenen Heiden, die den Juden gegenüber ſtolz werden wollten, ruft der Apoſtel warnend zu: „Sie ſind ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du ſteheſt aber durch den Glauben. Sei nicht ſtolz, ſondern fürchte dich! . . . Schaue die Güte und den Ernſt Gottes: den Ernſt an denen, die ge⸗ fallen ſind, die Güte aber an dir, ſofern du an der Güte bleibeſt; ſonſt wirſt du auch abgehauen werden“, Röm. 11, 20. 22. Konkordienformel: „Was denn die condemnationes . . . betrifft, ſo . . . geſetzt werden müſſen, . . . iſt unſer Wille und Meinung nicht, daß hiermit die Perſonen, ſo aus Einfalt irren und die Wahrheit des göttlichen Wortes nicht läſtern, viel weniger aber ganze Kirchen in⸗ oder außerhalb des heiligen Reiches deutſcher Nation ge⸗ meinet, . . . ſintemal wir uns ganz und gar keine Zweifel machen, daß viel frommer und unſchuldiger Leute auch in den Kirchen, die bisher ſich mit uns nicht allerdings verglichen, zu finden ſind.“ (Vor⸗ rede zum Konkordienbuch von 1580. Müller, 16.) — Die Konkordien⸗ formel ſchärft ein, daß nach Gottes Ordnung und Willen die Kirche in allen Artikeln und Lehren einträchtig ſein ſoll; dennoch bekennt ſie da⸗ neben, daß es auch in irrgläubigen Gemeinſchaften Diener Chriſti gibt. Luther: „Müſſen wir doch bekennen, daß die Schwärmer die Schrift und Gottes Wort haben in andern Artikeln; und wer es von ihnen hört und glaubt, der wird ſelig, wiewohl ſie unheilige Hetzer und Läſterer Chriſti ſind.“ (Brief von der Wiedertaufe v. J. 1528. St. L. XVII, 2675.) — „Ich ſage, daß unter dem Papſt die rechte Chri⸗ ſtenheit iſt, ja der rechte Ausbund der Chriſtenheit (non solum christiani, sed praestantissimi christiani sub papa reperiuntur) und viel frommer großer Heiligen. . . . Höre du ſelber, was St. Paulus ſagt 2 Theſſ. 2, 4: Der Endechriſt wird im Tempel Gottes ſitzen. Iſt nun der Papſt (wie ich nicht anders glaube) ,der rechte Endechriſt, ſo ſoll er nicht ſitzen oder regieren in des Teufels Stall, ſondern in Gottes Tempel. Nein, er wird nicht ſitzen, da eitel Teufel und Ungläubige