# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 13 Gal. 3, 10. — Die reformierten Sekten ſind teils calviniſtiſch, das heißt, ſie leugnen die allgemeine, auf alle Menſchen ſich erſtreckende Gnade Gottes in Chriſto, teils arminianiſch, das heißt, ſie ſchreiben dem Menſchen noch Kraft und Wirkung zur Erlangung der Seligkeit zu. Beiderlei Irrtümer ſind derart, daß ſie es nicht zum Glauben an Chri⸗ ſtum kommen laſſen, wo ſie das Herz beherrſchen. — Und wenn die ſynergiſtiſchen Lutheraner lehren, daß bei denen, die bekehrt und ſelig werden, eine geringere Schuld, ein geringeres Widerſtreben ſich finden müſſe, wodurch ſie ſich vor den Verlorengehenden auszeichnen, ſo iſt auch bei dieſer Lehre der Glaube an Chriſtum unmöglich. Glaube an Chriſtum kann da nicht entſtehen, wo das Herz noch von dem Gedanken beherrſcht wird: Ich bin noch beſſer als viele andere. Glaube an Chri⸗ ſtum kann nur da entſtehen, wo man ſich ſchlechthin der Verdammnis ſchuldig gibt. Aber neben der offiziellen Irrlehre wird in den irrgläubigen Ge⸗ meinſchaften auch noch die göttliche Wahrheit, das Evangelium von Chriſto dem Gekreuzigten, daß er aller Sünder Heiland ſei, laut. Durch Wirkung des Heiligen Geiſtes halten die zerſchlagenen Seelen ſich an das Evangelium von Chriſto und nicht an die vorgetragene Irrlehre. So berichtet Luther, daß im Papſttum einfältige Seelen die Meſſe mit⸗ machen, ſie auch ein Opfer nennen, aber darauf für ihre Perſon nicht vertrauen, ſondern für ihre Perſon allein an Chriſti Verdienſt ſich halten. Dieſelbe Erfahrung machen wir im Verkehr mit einzelnen Katholiken, die z. B. in unſern Hoſpitälern Aufnahme finden. Sie ſprechen ſich bei einer Unterredung dahin aus, daß die Werklehre für andere, beſſere Leute ſei; ſie aber ſeien ſolche Sünder, die ſich allein auf Gottes Barmherzigkeit in Chriſto verlaſſen müßten. Sie laſſen alſo theoretiſch noch die Werklehre ſtehen — für andere; praktiſch — ſie für ihre Perſon — tröſten ſich der Gnade Gottes in Chriſto. So weiſt Luther in ſeiner Schrift gegen Erasmus darauf hin, daß es Lehrer gibt, die theoretiſch den freien Willen verteidigen, aber in der Praxis, wenn ſie vor Gottes Angeſicht ſtehen, des freien Willens und aller ihrer Werke und Vorzüge vergeſſen. — Bei den Schwärmern, die das Vertrauen auf das äußere Wort und die Sakramente als bloß äußeres Chriſtentum und überbleibſel aus dem Papſttum verwerfen, geſchieht es immerfort, daß die zerſchlagenen Seelen unter ihnen ſich dennoch an den Troſt halten, der in dem äußeren Wort des Evangeliums ausgeſprochen iſt. Mit den Sakramenten, die ſie infolge der ſchwärme⸗ riſchen Irrlehre für bloße äußere Zeremonien halten, wiſſen ſie in der Regel nichts anzufangen. Aber ſie halten ſich im Glauben an die Ver⸗ heißung des Evangeliums, die ſie in der Predigt hören und in der Bibel leſen. So gibt es durch die Treue des Heiligen Geiſtes in irrgläubigen Gemeinſchaften an Chriſtum gläubige Leute. Durch dieſen Glauben ſind ſie mit Chriſto verbunden und Glieder ſeines geiſtlichen Leibes. Sie ſtehen in der inneren, unſichtbaren Ge⸗