# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 11 Chriſtum.“ (Müller, 95, § 48.) — Dies nennt die Apologie die fides specialis im Gegenſatz zu der fides historica. Die Apologie fährt a. a. O. fort: „Und damit daß niemand wähne, es ſei allein ein bloß Wiſſen der Hiſtorien, ſo ſetze ich das dazu, der Glaube iſt, daß ſich mein ganzes Herz desſelben Schat⸗ zes annimmt, und iſt nicht mein Tun, nicht mein Schenken, noch Geben, nicht mein Werk oder Bereiten, ſondern daß ein Herz ſich des tröſtet und ganz darauf verläßt, daß Gott uns ſchenkt, uns gibt, und wir ihm nicht, daß er uns mit allem Schatz der Gnaden in Chriſto überſchüttet.“ Im lateiniſchen Text heißt es kurz ſo: „Ne quis suspicetur tantum notitiam esse, addemus amplius: est velle et acci- pere oblatam promissionem remissionis peccatorum et justificationis.“ Luther: „Es iſt alles in der Chriſtenheit dazu geordnet, daß man da täglich eitel Vergebung der Sünden durchs Wort und Zeichen hole, unſer Gewiſſen zu tröſten und aufzurichten, ſolang' wir hier leben. . . . Außer der Chriſtenheit aber, da das Evangelium nicht iſt, iſt auch keine Vergebung nicht, wie auch keine Heiligkeit da ſein kann. Darum haben ſich alle ſelbſt herausgeworfen und geſondert, die nicht durchs Evangelium und Verge⸗ bung der Sünden, ſondern durch ihre Werke Heilig⸗ keit ſuchen und verdienen wollen.“ (Großer Kat. Müller, 458, § 55. 56.) Luther (zu Gal. 5, 15): „Vor der Welt haben ſolche Stände“ (wie Vater und Sohn, Lehrer und Schüler, Herr und Knecht) „und Werke wohl einen Unterſchied; aber dieſe äußere Ungleichheit hindert die Einigkeit des Geiſtes nicht, nach welcher Einigkeit ſie alle⸗ ſamt einerlei Glauben und Meinung von Chriſto haben, nämlich die, daß wir allein durch ihn Vergebung der Sünden erlangen und gerecht werden. Danach, ſoviel den äußeren Stand und Wandel betrifft, richtet keiner den andern, ſagt keiner, daß des andern Stand und Werk geringer, die ſeinen aber beſſer ſeien, ſondern einer lobt des andern Tun mehr denn das ſeine, ungeachtet, obgleich das ſeine beſſer iſt, ſondern aus einem Munde und Geiſt bekennen ſie, daß ſie beide einen Chriſtum zum Heiland haben, bei dem kein Anſehen iſt weder der Perſon noch der Werke.“ Aus den Verhandlungen. Im Anſchluß an dieſe Darlegung des Referenten wurden von ver⸗ ſchiedenen Rednern noch folgende Gedanken weiter ausgeführt: Die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft kommt nur durch den Glauben zuſtande. — Der Heilige Geiſt wirkt zwar auch durch das Geſetz Erkenntnis der Sünde, aber dadurch wird noch niemand ein Glied der Kirche, ſondern liegt noch im Tode. — Die viele Unionsmacherei heutigestags kommt aus der Meinung, daß die innere Gemeinſchaft ein Ding der Unmöglichkeit ſei, da doch