# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung Chriſtus ihnen erworben hat, wie die Antinomer narren, ſondern auch durch Abtun, Ausfegen und Töten der Sünden, davon ſie heißen ein heilig, Volk. Und iſt nun die heilige chriſtliche Kirche ſo viel als ein Volk, das Chriſten und heilig iſt, oder wie man auch zu reden pflegt, die heilige Chriſtenheit, item, die ganze Chriſtenheit.“ (XVI, 2778.) Im Großen Katechismus beſchreibt Luther die chriſtliche Kirche alſo: „Ich glaube, daß da ſei ein heiliges Häuflein und Gemeine auf Erden eiteler Heiligen unter einem Haupt, Chriſto, durch den Heiligen Geiſt zuſammenberufen in einem Glauben, Sinn und Verſtand mit mancherlei Gaben, doch einträchtig in der Liebe, ohne Rotten und Spaltung.“ (Müller, 457, § 51.) Ferner ſagt Luther im Großen Katechismus von allen Menſchen, die nicht an Chriſtum glauben: „Was außer der Chriſtenheit iſt, es ſeien Heiden, Türken, Juden oder falſche Chriſten und Heuchler, ob ſie gleich nur einen wahrhaftigen Gott glauben und anbeten, ſo wiſſen ſie doch nicht, was er gegen ihnen geſinnet iſt, können ſich auch keiner Liebe noch Gutes zu ihm verſehen, darum ſie im ewigen Zorn und Verdamm⸗ nis bleiben. Denn ſie den HErrn Chriſtum nicht haben, dazu mit keinen Gaben durch den Heiligen Geiſt erleuchtet und begna⸗ det ſind.“ (460, § 66.) über das Weſen des Glaubens führt Luther aus (St. L. IX, 19 f.), daß wir die passiva justitia ergreifen (apprehendere), umfan⸗ gen (amplecti) müſſen. Er nennt aber die chriſtliche Gerechtigkeit justitia passiva, weil wir ſie nicht tun, hervorbringen (efficere), ſon⸗ dern empfangen. Die passiva justitia iſt Chriſtus oder die im Evange⸗ lium dargebotene Gerechtigkeit. Die passiva justitia iſt die justitia des Glaubens, inſofern ſie nicht durch Werke, ſondern durch den Glauben erlangt wird. „Die zwei können nicht zugleich ſtehen, ſondern ſind ſtracks widerwärtig: glauben, daß uns allein um Chriſti willen Gnade und ewiges Leben geſchenkt wird, und doch daneben bei uns eigen Verdienſt desſelben ſuchen und vorgeben.“ (St. L. XI, 978.) Apologie: „Die Widerſacher (Papiſten) wollen wähnen, der Glaube ſei dieſes, daß ich wiſſe und gehört habe die Hiſtorien von Chriſto; darum lehren ſie, ich könne wohl glauben, ob ich gleich in Todſünden ſei. Darum von dem rechten chriſtlichen Glauben, davon Paulus an allen Orten ſo oft redet, daß wir durch den Glauben vor Gott fromm werden (justificari), da wiſſen oder reden ſie gar nichts von. Denn welche vor Gott heilig und gerecht geachtet werden, die ſind ja nicht in Todſünden. Darum der Glaube, welcher vor Gott fromm und gerecht macht, iſt nicht allein dieſes, daß ich wiſſe die Hiſtorien, wie Chri⸗ ſtus geboren, gelitten ꝛc. (das wiſſen die Teufel auch), ſondern iſt die Gewißheit oder das gewiſſe, ſtarke Vertrauen im Her⸗ zen, da ich mit ganzem Herzen die Zuſage Gottes für gewiß und wahr halte, durch welche mir angeboten wird ohne mein Ver⸗ dienſt Vergebung der Sünde, Gnade und alles Heil durch den Mittler