# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1908. 7 Alter, nach irdiſchem Beſitz und Bildung. Es gibt unter ihnen Mann und Weib, Greiſe und Kinder, Arme und Reiche, Gebildete und Unge⸗ bildete. Sie ſind verſchieden nach der Raſſe: es gibt weiße, ſchwarze, gelbe, kupferfarbige ꝛc. Chriſten. Sie ſind geſchieden nach dem Ort, wo ſie ſich aufhalten: ſie leben in der Wüſte und auf dem Meer, in den Wäldern und auf den Prairien, in den Städten und auf dem Lande. Durch Ozeane und hohe Gebirge ſind ſie voneinander getrennt. Sie leben unter ganz verſchiedenen bürgerlichen Verhältniſſen: ſie leben in Republiken und Monarchien; ſie ſind Fürſten und Untertanen, Arbeit⸗ geber und Arbeiter; ſie ſind Demokraten und Republikaner ꝛc. Aber es gibt unter ihnen eine gewaltige, wunderbare Einheit bei aller äußeren Verſchiedenheit: ſie haben einen Glauben. Und was iſt das für ein Glaube? Es iſt nicht der Glaube, wonach man überzeugt iſt, daß es einen Gott gibt. Dieſen Glauben haben auch die Heiden. Es iſt auch nicht der Glaube der alten und neuen Rationa⸗ liſten, der Unitarier ꝛc., die zwar noch von Chriſto reden, aber Chriſti Gottheit und ſtellvertretende Genugtuung leugnen und darum das Weſen des Chriſtentums in die Moral oder Sittlichkeit ſetzen. Es iſt auch nicht der Glaube der Römiſchen, die Chriſtum als Gott und Menſchen beken⸗ nen, dabei aber nicht allein durch den Glauben an Gottes Gnade in Chriſto, ſondern auch durch die ſogenannte eingegoſſene Gnade, das heißt, durch eigene Werke, ſelig werden wollen. Es iſt auch nicht der Glaube der arminianiſchen Sektenleute und der ſynergiſtiſchen Lutheraner, die zwar Chriſti Gottheit, ſein gottmenſchliches Werk und zum Teil auch den Glauben an Chriſtum als einziges Mittel zur Erlangung der Seligkeit bekennen, aber dabei wieder aus dem Glauben ſelbſt ein teilweiſes Men⸗ ſchenwerk machen und des Geſetzes Werke, das gute Verhalten, eine ge⸗ ringere Schuld ꝛc. mit zum Grunde der Seligkeit machen. Es iſt auch nicht der Kopfglaube derer, die ſich äußerlich in der rechtgläubigen Kirche befinden und vom Glauben recht reden können, ohne daß das Herz Chriſtum, den Sünderheiland, ergreift oder umfängt (fides acquisita). Nein, der Glaube, welcher die innere, unſichtbare Einheit der chriſt⸗ lichen Kirche macht, iſt der vom Geiſt gewirkte Glaube an Chriſtum; der Glaube, welcher zur Erlangung der Gerechtigkeit und Seligkeit nur Chriſtum in ſeiner ſtellvertretenden Genugtuung zum Gegenſtand hat; der Glaube, welcher den Chriſtus außer uns in der Verheißung des Evangeliums ergreift; der Glaube, welcher allein auf Gottes Barmher⸗ zigkeit in Chriſto vertraut. Mit andern Worten: Es iſt der Glaube an die chriſtliche Lehre von der Rechtfertigung, den der Apoſtel mit den Worten beſchreibt: „So halten wir es nun, daß der Menſch gerecht werde ohne des Geſetzes Werke, allein durch den Glauben“, Röm. 3, 28. Nur dieſer Glaube, der allein vom Heiligen Geiſt ohne menſchliche Mit⸗ wirkung im Herzen erzeugt wird, macht einen Menſchen zu einem Gliede der chriſtlichen Kirche, wie es heißt Apoſt. 5, 14: „Es wurden aber je mehr zugetan“ (nämlich zur Gemeine oder Kirche), „die da glaubeten an den HErrn“ (πιστεύοντες τῷ κυρίῳ).