# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1908_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der zweiundzwanzigſten Verſammlung IV. Je trauriger es iſt, daß ſo viele Chriſten in irrgläubigen Lagern ſich aufhalten und dadurch Zertrennung und Ärgernis in der Kirche an⸗ richten und aufrecht erhalten helfen, um ſo fleißiger und aufrichtiger ſollen die Chriſten, welche durch Gottes Gnade im rechtgläubigen Lager ſich befinden, glaubensbrüderliche Gemeinſchaft miteinander halten und alle Störung derſelben ſorgfältig meiden, Gott zu Ehren und der Welt und der Kirche zu höchſtem Nutzen. Theſis I. Alle Chriſten ſtehen in innerer, unſichtbarer Gemeinſchaft mit⸗ einander, weil ſie alleſamt durch Wirkung des Heiligen Geiſtes an Chriſtum als ihren Heiland glauben und durch dieſen Glauben mit Chriſto als dem einigen Haupt der Kirche und untereinander zu einem geiſtlichen Leibe verbunden ſind. In dieſer Gemeinſchaft ſtehen auch die Chriſten, welche ſich in irrgläubigen Kirchengemein⸗ ſchaften befinden (unitas ecclesiae interna sive fidei in Christum). Die erſte Theſe weiſt auf die Grundlage oder notwendige Vorausſetzung der äußeren glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft hin. Es iſt dies die innere, unſichtbare Gemeinſchaft, in welcher alle Chriſten durch den Glauben an Chriſtum miteinander ſtehen. Weil alle an Chriſtum als ihren Heiland glauben, Kinder Gottes und Erben des ewigen Lebens und Glieder an dem einen Leibe Chriſti ſind, darum können und ſollen ſie hier in der Welt auch glaubensbrüderliche Gemein⸗ ſchaft miteinander pflegen. Es hat freilich zu allen Zeiten Leute ge⸗ geben, die äußerlich die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft mitge⸗ macht haben, ohne in der inneren, unſichtbaren Gemeinſchaft der Kirche zu ſtehen. Aber das iſt dann nur ein äußerliches Getue, bewußte Heu⸗ chelei oder Selbſtbetrug. Dadurch entſteht eine häßliche Karikatur der wahren glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft. Die äußere glaubensbrü⸗ derliche Gemeinſchaft hat ſtets eine innere Vorausſetzung, eine Vor⸗ ausſetzung im Herzen: das iſt der Glaube, der Glaube an Chriſtum, die Gemeinſchaft am Evangelium. Die Gott berufen hat zur Gemein⸗ ſchaft ſeines Sohnes, die können auch glaubensbrüderliche Gemeinſchaft untereinander pflegen. „In Chriſto“ müſſen die ſein, die chriſtliche oder die glaubensbrüderliche Gemeinſchaft recht miteinander pflegen wollen. Sonſt wird Heuchelei und Judasfreundſchaft aus der glaubensbrüder⸗ lichen Gemeinſchaft. Eph. 4: Die ein Leib und ein Geiſt ꝛc. ſind, ermahnt der Apoſtel, die Einigkeit im Geiſt zu halten durch das Band des Friedens. In der inneren, unſichtbaren Gemeinſchaft ſtehen nun aber alle Chriſten trotz ihrer großen äußeren Verſchiedenheiten. Es gibt unter den Chriſten, was ihr natürliches Leben in dieſer Welt anlangt, große Verſchiedenheiten. Die Chriſten ſind verſchieden nach Geſchlecht und