# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 56 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung dadurch verloren gegangen. Beim Regenwetter in den Wintermonaten ſind die Wege ſehr ſchmutzig. Öfters haben wir den ganzen Tag im kalten Klaſſenzimmer mit naſſen Füßen und Kleidern geſeſſen. Schwere Erkältungen konnten da nicht ausbleiben. Prof. Wahlers war eine Woche ſchwer krank. Es iſt wohl klar, daß es ſo nicht weitergehen kann, und wenn meine Lage der Ehrw. Synodalkonferenz zur Kenntnis gebracht wird, wird ſie wohl dafür ſorgen, daß ich mein Amt verwalten und dabei auch die Pflichten gegen meine Familie erfüllen kann. Das kann alleine dadurch geſchehen, daß ein Haus auf dem Collegeplatze errichtet wird. Die Gründe, welche die Synodalkonferenz bewegen ſollten, dies zu tun, ſind folgende: 1. Damit ich zum Wohl der Anſtalt meines Amtes beſſer und leichter warten kann. Ein Amt iſt mir übertragen worden und gewiſſe Pflichten aufgelegt; iſt es da nicht billig, daß ich inſtandgeſetzt werde, mein Amt zu verwalten und meinen Verpflichtungen zum Gedeihen der Anſtalt nachzukommen? Ein einziger Schandflecken auf der Anſtalt würde ungeheuer viel Schaden anrichten und wäre ſchwer wieder ab⸗ zuwiſchen. Ich habe viel gewagt, daß ich im vergangenen Jahre ein paar Monate lang jede Nacht zwei Meilen von der Anſtalt entfernt zu Hauſe ſchlief. Ich habe auch nicht ruhig ſchlafen können. Vorausſicht⸗ lich werden wir nächſtes Jahr eine größere Anzahl neuer Schüler be⸗ kommen, rohes Material, das uns viel zu ſchaffen machen wird, bis ihnen Sitten beigebracht worden ſind. Die einzige Löſung iſt, daß ein Haus gebaut wird. 2. Dies ſollte aber auch deswegen geſchehen, damit ich meine Familie geiſtlich verſorgen und leiblich beſchützen kann. 3. Obwohl die Hausverwaltung noch klein iſt, fordert ſie doch be⸗ deutende Arbeit. Die zuverläſſigſten Angeſtellten ſind nicht immer zu⸗ verläſſig, und mit unſern geringen Mitteln müſſen wir uns nach der Decke ſtrecken. Nicht nur habe ich alle Einkäufe zu beſorgen und die Bücher zu führen, ſondern ich muß auch den Küchenzettel für jeden Tag beſtimmen, die Zubereitung öfters beaufſichtigen, als Tiſchinſpektor fun⸗ gieren und endlich zuſehen, daß die übrigen Brocken nicht verloren gehen. Dieſe Arbeit habe ich neben den 35 wöchentlichen Unterrichtsſtunden zu verrichten. Viel Zeit würde mir erſpart und die Arbeit leichter ge⸗ macht, wenn ich eine Wohnung beim College hätte. Auch würde meine Frau bereit ſein, mir bei der Haushaltung zu helfen. Ich könnte noch mehr Gründe anführen, warum der Direktor beim College wohnen ſollte, z. B. das Bebauen des Landes und die damit ver⸗ bundene Aufſicht, plötzliche Krankheitsfälle, Entſtehung eines Feuers ꝛc.; aber die obengenannten ſollten genügen. Mein Bericht iſt lang geworden. Gott, der bisher geholfen hat, wird weiter helfen und unſere Arbeit zu ſeiner Ehre ſegnen. N. J. Bakke.