# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1906_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 54 Verhandlungen der einundzwanzigſten Verſammlung unſere Anſtalt das chriſtliche Erziehen immer im Auge be⸗ halten! An allen Sonn⸗ und Feſttagen ſind regelmäßig Gottesdienſte ge⸗ halten worden. Als Verſammlungslokal dienten zwei Zimmer in der großen Wohnung. Der Prediger ſtand in der Tür, und die Zuhörer verteilten ſich in den beiden Räumen. In der erſten Hälfte des Jahres habe ich das Predigen allein beſorgt; in der zweiten Hälfte haben meine Kollegen zwei Sonntage im Monat ausgeholfen. Sie ſind außerdem P. Schmidt behilflich geweſen. Seit Weihnachten hat einer von uns einmal monatlich in Charlotte gepredigt. Da es ſich zeigte, daß die Neger der Umgegend zu den Morgengottesdienſten nicht kamen, iſt vor⸗ mittags ſtatt Predigt Bibelſtunde mit Katecheſe gehalten worden. Die Schüler der Oberklaſſen lieferten der Reihe nach eine Katecheſe über eine vorher aufgegebene bibliſche Geſchichte. Die Katecheſen wurden natür⸗ lich vorher durchgeſehen und von dem Katecheten korrigiert. Dieſe Ein⸗ richtung hat ſich trefflich bewährt. Nach den Abendandachten habe ich öfters, beſonders in der Faſtenzeit, kurze Anſprachen gehalten über das geleſene Wort und es nach Zeit und Umſtänden appliziert. So hat das Wort reichlich unter uns gewohnt. Im Miſſionieren haben die Jünglinge der Oberklaſſen dadurch etwas übung bekommen, daß ſie Samstagnachmittags zu den kirchloſen Negern ausgeſandt wurden, um mit ihnen über das Eine, was not iſt, zu reden und ſie zu den Gottesdienſten einzuladen. Einmal monatlich, nach der Bibelſtunde am Sonntag, habe ich mit ihnen eine Verſammlung abgehalten, worin ſie über ihre Erfahrungen, die manchmal recht trübe waren, Bericht erſtatteten und von mir Winke und Ermunterung er⸗ hielten. Auch dieſe Arbeit iſt nicht vergeblich geweſen. Denn zu den Abendgottesdienſten ſtellte ſich immer eine ſchöne Anzahl Neger aus der Nachbarſchaft ein, ſo daß die beiden Zimmer ſtark beſetzt waren, und zwar ſind ſolche gekommen, die ſonſt in keine Kirche gehen. Die ganze Gegend iſt von Negern beſetzt. Er befinden ſich hier zwei große Lehr⸗ anſtalten und fünf größere und kleinere Kirchen. Ein Miſſionsfeld iſt es gerade nicht. Die Kirchloſen, die noch da ſind, gehören meiſtens dem Verbrechertum an. An Oppoſition von ſeiten der Sekten hat es uns nicht gefehlt. Wir waren kaum warm im Hauſe geworden, als ſie mit ihren Angriffen an⸗ fingen. Nicht nur redeten ſie öffentlich gegen uns, ſondern ſie gingen auch von Haus zu Haus und forderten die Leute auf, weder in unſere Gottesdienſte zu gehen, noch ihre Kinder in unſere Schule zu ſchicken. Es iſt die alte Geſchichte. Aber der liebe Gott wendet ſolche Angriffe gewöhnlich zum beſten. Ich habe immer einen Segen darin gefunden. So auch hier. Nicht nur haben wir aus der Umgegend alle Schüler bekommen, die wir aufnehmen konnten, ſondern die Leute kamen auch zu den Gottesdienſten. Am 20. Mai habe ich die Freude gehabt, 8 Schüler, vier Knaben und vier Mädchen, in den Verband unſerer Kirche durch Konfirmation